Von Bärlauch gesäumter Abschnitt auf dem Aichener Hutpfad nahe Waldshut

Wanderung auf dem Aichener Hutpfad

Aussichten und Wälder über der Schlücht

In früheren Jahrhunderten diente der Hutpfad den Waldhütern, die den Aichener Wald bewirtschafteten. Heute bildet der Aichener Pfad einen spannenden Abschnitt auf der östlichen Variante des Mittelwegs. Zuvor wandern wir auf einfachen Wegen bis hoch zur Alpenblickhütte. Bei der beliebten Festhütte erwartet Dich eine herrliche Aussicht zu den namensgebenden Alpen.

Start in Gurtweil oder bei der Gutex

Eigentlich wollten wir diese Tour in Gurtweil beginnen lassen. In dem Fall ginge es auf dem Mittelweg zum Hotel Bad Bruckhaus nahe dem Kreisverkehr sowie am Campingplatz vorbei durch das Schlüchttal bis nach Gutenburg. Wer mit dem Bus anreist, kann diese gerne so machen. Wer mit dem Pkw anreist – und das tun angesichts der wenigen Busverbindungen die meisten – stehen jedoch vor dem Problem der Parkplatzsuche.

Zwar gibt es Stellflächen, diese sind jedoch an die Gastronomie gebunden und stehen Wanderern somit nicht zur Verfügung. Eine Ausweichmöglichkeit bietet der Parkplatz zwischen dem Sportlerheim und Fußballplatz an der Schlücht, allerdings auch nur außerhalb des Spielbetriebs. Was bleibt, ist weiter flussaufwärts der große Parkplatz bei der Dämmstofffirma Gutex.

Am Fuß der Gutenburg

Vom Parkplatz aus gesehen überqueren wir die Straße nach Aichen und laufen links um den Burghügel der Gutenburg herum. Seine Entstehung ist eng an die benachbarte Schlücht geknüpft. Denn hier trotzte das aus Granit bestehende Grundgebirge der Erosion des Flusses, sodass ein strategisch idealer Standort für eine Festung entstand.

Tatsächlich nutzte das Kloster Sankt Gallen den Hügel ab dem 10. Jahrhundert, um seine umliegenden Besitztümer zu schützen. Nach der Zerstörung durch die eigenen Leute im Dreißigjährigen Krieg wurde die Gutenburg nicht wieder aufgebaut. Heute zeugen spärliche Reste von der einst stolzen Festung. Der Zugang auf das (Privat-) Gelände ist untersagt.

Aufstieg zur Alpenblickhütte

Auf der Ostseite des Burghügels treffen wir auf den Mittelweg. Dieser führt zunächst an zwei Häusern vorbei durch einen Waldstreifen, dann mit schöner Sicht über das Tal des Krebsgrabens hoch zu den Gutenburger Höfen.

Dort wechseln wir auf den mit gelber Raute markierten Wanderweg, mit dem wir beim Brunnen links abbiegen. Im Aufstieg zur Kapelle Sankt Sebastian öffnet sich die Sicht über das Schlüchttal hinweg nach Weilheim in Baden.

Nach einer Passage am Waldrand biegen wir dann rechts beim Wegweiser Zweites Kreuz rechts ab und erreichen einen knappen Kilometer weiter die nach vorne offene Kapelle Sankt Sebastian. Dort orientieren wir uns rechts und kreuzen beim Hasli die Straße von Aichen nach Krenkingen. Nachdem der Wanderweg eine Waldinsel berührt hat, geht es zwischen den Feldern hindurch bis zu einer T-Kreuzung. Links finden wir bei der Alpenblickhütte den perfekten Platz für eine aussichtsreiche Rast.

Über Aichen zurück zum Mittelweg

Weiter geht es erst in nordwestliche Richtung mit Blick über das tief ins Gelände eingeschnittene Schlüchttal nach Berau, dann westlich zum Wegweiser Hinterberg. Nach einer Passage am Waldrand biegen wir rechts ab, kreuzen 200 Meter weiter die Straße und folgen dem Wanderweg am Hof vorbei nach Aichen. Nach dem Wanderparkplatz biegen wir bei der Kirche von Aichen zum Schwarzatal und nach Witznau ab. 

Wo die Straße nach dem Landgasthof Löwen links abbiegt, verlassen wir geradeaus den Ort, tauchen in den Wald ein und nehmen den Fahrweg bis wir wieder auf den Mittelweg treffen. Noch ein gutes Stück oberhalb des Sägewerks von Witznau befindet sich dort der Einstieg auf den Aichener Hutpfad.

Einstieg auf dem Eichener Hutpfad

Zudem ändert sich der Charakter der Wanderung. Waren wir bislang auf wenige befahrenen Straßen und bequem zu laufenden Wegen unterwegs, so verlangt uns der Aichener Hutpfad erhöhte Aufmerksamkeit ab. Umgestürzte Bäume können durchaus eine ganze Weile quer über dem Pfad liegenbleiben und uns in die Knie zwingen. Bei einem Einschnitt ermöglicht dafür ein Drahtseil das sichere Vorankommen. Nach einem Kilometer queren wir den Guggenlochgraben.

Dieser Abschnitt ist besonders schön, wenn im Frühling der Bärlauch den Waldboden bedeckt. An anderen Stellen blühen dann Veilchen, Buschwindröschen und der Fingerzahnwurz. Nachdem wir den Elbachgraben überquert haben, mündet der Hutpfad in die Kreisstraße. Leider müssen wir dieser rechts 500 Meter weit folgen. Dann jedoch können wir auf einen landwirtschaftlichen Weg wechseln und dem Mittelweg über die Gutenhöfe zurück nach Gutenburg folgen.

Geschichte der Gutenburg

Die Gutenburg befand sich ab dem 12. Jahrhundert sowohl in den Besitz verschiedener Klöster als auch mehrerer Ritter beiderseits des Rheins. Im Jahr 1525 gelingt es Aufständischen Bauern, die Festung einzunehmen. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg wiederholt von schwedischen Truppen genutzt. Um die Nutzung als Raubnest zu unterbinden, lässt der St. Blasier Abt Franz Chullot die Gutenburg im Jahr 1640 in Schutt und Asche legen.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz Gutenburg der Firma Gutex.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 34 zwischen Waldshut und Tiengen Richtung Grafenhausen abfahren, weiter über die L 157 durch das Schlüchttal bis zum Abzweig Gutenburg und Aichen.

Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab den Bahnhöfen Waldshut und Tiengen bestehen Busverbindungen zur Haltestelle Gutenburg Abzweig.

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

VG Wort