Aussicht über die Wiesen und Wälder bei Herrischried im Hotzenwald

Wanderung zur Ödlandkapelle und zum Hornbergbecken

Ungleiches Paar über dem Wintersportort Herrischried

Unterschiedlicher könnten zwei Ausflugsziele kaum sein: Bei der Ödlandkapelle erwartet uns ein idyllischen Fleckchen Erde, das zum Verweilen einlädt. Direkt neben der Kapelle steht ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Banater-Schwaben. Oberhalb der Kapelle befindet sich das riesige Hornbergbecken, ein eher abschreckender Speichersee in bester Lage.

Vorteil eines Wintersportorts

Herrischried ist einer der bekanntesten Wintersportorte im Hotzenwald. Allen voran die Eissporthalle und das Hallenbad mit dem daran angeschlossenen Saunabereich sind wichtige Anziehungspunkte der Gemeinde. Eine ausreichende Schneedecke vorausgesetzt, laden direkt gegenüber der Ödlandlift und der Kehltannenlift zum alpinen Skifahren ein. Hinzu kommen 50 Kilometer an Loipen für den Skilanglauf.

Zudem gibt es mehrere Winterwanderwege, die bei Schneefall regelmäßig gewalzt werden. Die damit verbundene Infrastruktur birgt den Vorteil, dass wir im Sommer selbst dann freie Parklücken finden, wenn andernorts zähe Blechlawinen auf die Erholungsgebiete zurollen. Das hat auch die Gemeinde erkannt, die mit einsamen Gegenden wirbt, die dazu einladen, die Stille und die Natur zu genießen.

Auf dem Hotzenwald-Querweg

Von der Bushaltestelle und den Parkflächen direkt bei der Eissporthalle von Herrischried gesehen, laufen wir zunächst auf der Sägestraße am Stehlesee vorbei bis zum Wegweiser mit der Höhenmarke 865. Dort biegen wir rechts auf den Hotzenwald-Querweg ein und nehmen die kurze Passage hoch zum Waldrand, wo wir erneut rechts abbiegen.

Der tatsächlich wenig begangene Fernwanderweg steigt weiter deutlich an und quert die Abfahrtspisten von Herrischried. Das treibt einem bald den Schweiß auf die Stirn, eröffnet uns aber auch eine erste schöne Aussicht zum Gegenhang mit dem Ortsteil Großherrischwand. Wer genau hinsieht, kann weiter rechts – auf der bewaldeten Kuppe – die Spitze des Gugelturms erspähen.

Aufstieg zur Ödlandkapelle

Unter dem Ödlandlift hindurch tauchen wir in den Wald ein. Knapp 300 Meter weiter zweigt rechts ein weniger stark befestigter Weg ab. Wir nehmen die Linkskurve, sodass wir auf dem Hauptweg bleiben, um wenige Schritte weiter beim Wegweiser Sägetanne rechts abzubiegen. Auf dem nächsten Abschnitt ist die Beschilderung lückig beziehungsweise missverständlich angebracht. Um auf dem Querweg zu bleiben, müssen wir bei der nächsten Kreuzung zunächst geradeaus laufen. Etwa 80 Meter weiter orientieren wir uns halbrechts und nehmen die Steigung hoch zur Ödlandkapelle.

Das erste hier errichtete Gotteshaus geht auf das Jahr 1780 zurück. Während einer Rinderpest gelobten die Bauern von Bergalingen, eine Kapelle auf dem höchsten Punkt des Hotzenwalds zu bauen, wenn ihr Ort verschont bliebe. So kam es dann auch. Eine bald aufgestellte Holzkapelle brannte 1894 nieder.

Drei Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung der noch heute bestehenden Steinkapelle. Im Umfeld der Kapelle laden mehrere Bänke zum Verweilen ein. Auf der Nordseite berichtet außerdem einer von vier Gedenksteinen über das Schicksal der Banater Schwaben.

Fernsicht beim Hornbergbecken

Direkt bei der Kapelle biegen wir links zum Rankholzplatz ab. Bei der auch als Wanderparkplatz genutzten Lichtung wechseln wir links auf die blaue Raute und folgen dem Fahrweg ans Hornbergbecken. Vom Damm führen zwei Wege hoch auf das Becken. Insbesondere der südliche Zugang lohnt den Abstecher. Hierfür folgen wir der Straße in südwestliche Richtung, um dann zweimal kurz nacheinander rechts auf den Fußweg abzuzweigen.

Passendes Wetter vorausgesetzt eröffnet sich uns oben ein imposantes Alpenpanorama vom Alpstein in der Ostschweiz über die Glarner und Urner Alpen bis hin zu den Berner Alpen in der Westschweiz. Früher war es möglich, das Becken zu umrunden. Dies verhindern heute Zäune. Um zum Vogesenblick zu gelangen, müssen wir daher erst wieder alles herunterlaufen, eh es auf der Zufahrt wieder auf den oberen Beckenrand geht.

Ödlandhütte und Polenstein

Nach dem Abstecher kehren wir zurück zum Rankholzplatz und folgen der Beschilderung über die Ödlandhütte zum Polenstein. Bei dem Gedenkstein biegen wir rechts ab und folgen der gelben Raute hinunter nach Rütte. Rechts ab führt uns die gelbe Raute zurück nach Herrischried, wo wir am Ortsrand erst links, dann 200 Meter weiter rechts in die Michael-Eckert-Straße abbiegen. An deren Ende biegen wir erneut rechts in die Liftstraße ein. Dieser könnten wir nun einfach zurück zum Ausgangspunkt bei der Eissporthalle folgen. Schöner jedoch ist es, nach dem Bach auf den Winterwanderweg zu wechseln und somit ein gutes Stück entlang der Straße auszusparen.

Schicksalsweg der Banater Schwaben

Nach dem Ende der Türkenkriege folgten im Südwesten Deutschlands tausende Familien dem Ruf der Habsburger, die verheerten Gebiete im Osten des Kaiserreichs neu zu besiedeln. Die organisierte Ansiedlung im Banat erfolgte ab 1722 in mehreren Schüben und zog sich bis zum Ersten Weltkrieg hin. Heute erstreckt sich die historische Region Banat über Rumänien, Serbien und Ungarn. In Herrischried symbolisieren vier Gedenksteine den Schicksalsweg der Banater Schwaben.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist bei der Eishalle von Herrischried.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 34 in Bad Säckingen oder Laufenburg nach Rickenbach abbiegen, anschließend der Beschilderung nach Herrischried folgen. Im Ort in die Sägestraße zur Eishalle abbiegen. Die Anfahrt ist auch ab Wehr und Todtmoos gut möglich.

Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab Bad Säckingen und Todtmoos mit der Linie 7320 zur Bushaltestelle Eishalle Herrischried

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil