Die Stadt Wehr markiert das westliche Ende des berühmten Schluchtensteigs. Während es auf dem Fernwanderweg oft lebhaft zugeht, wandern wir oberhalb der Wehra durch ruhige Wälder. Dort bilden die Burgruinen Werrach und Bärenfels zwei lohnende Ziele.
Die Stadt Wehr markiert das westliche Ende des berühmten Schluchtensteigs. Während es auf dem Fernwanderweg oft lebhaft zugeht, wandern wir oberhalb der Wehra durch ruhige Wälder. Dort bilden die Burgruinen Werrach und Bärenfels zwei lohnende Ziele.
Direkt bei unserem Startpunkt am Sportplatz von Wehr biegen wir links auf den Schluchtensteig ein. Genau genommen ist es die sechste und letzte Etappe des beliebten Wanderwegs. Diese führt von Todtmoos durch das schluchtartige Wehratal bis zum Busbahnhof von Wehr. Während die Fernwanderer ihrem Ziel nahe sind, bildet der im Unterlauf gemächlich fließende Fluss den Auftakt zu unserer Runde.
Nach gut einem Kilometer trennen sich die Wege beim Storchensteg. Wer möchte, kann gerne geradeaus einen Abstecher zum Alten Schloss mitnehmen. Der schlichte Bau der deutschen Renaissance entstand zwischen den Jahre 1570 und 1574 als Wohnsitz der Herren von Schönau. Nach mehreren Besitzwechseln sind hier heute die Stadtverwaltung und die städtische Galerie untergebracht.
Für den Aufstieg zur Burgruine Werrach nehmen wir zunächst den Fußweg hoch zur gedeckten Holzbrücke, um dann links abzubiegen. Wir wechseln somit auf den Hochrhein-Höhenweg, der uns durch den Unteren Schlossweg in den Wald und über eine Kehre hoch zur Burgruine Werrach führt. Im Aufstieg lernen wir Walther von Klingen kennen. Der im 13. Jahrhundert bekannte Minnesänger gibt Kunde über manch eine Sage.
Diese behandeln verschiedene mysteriöse Geschehnisse in der Umgebung. Die Burg Werrach – Schlössle genannt – selbst entstand im elften Jahrhundert zur Kontrolle des unteren Wehratals. Die Burgmauern umfassen eine rund 50 auf 25 Meter große und von wenigen Bäumen überstandene Fläche. Von ursprünglich vier Rundtürmen ist der an der Südwestecke erhalten. Er bietet eine schöne Sicht über die nun unter uns liegende Stadt.
Nach der Burgbesichtigung verlassen wir den Wald. Der Weg führt durch die Hachbergstraße, an deren Ende wir und rechts zur Maierhofstraße orientieren. Einen Katzensprung weiter biegen wir beim Schlössleblick links ab und wechseln auf den Pfad am Waldrand. Anschließend trennen sich beim Wegweiser In der Wald die Wege. Wer stur dem Zwei-Burgen-Weg wandern möchte, bleibt geradeaus auf dem Hochrhein-Höhenweg.
Alle anderen biegen links auf den mit gelber Raute markierten Forstweg ab. Dieser beschreibt zunächst eine Schlaufe nach Osten, schwenkt dann aber nach Norden zum Fischbühl. Dort besteht eine Verbindung hinunter zum Forsthaus von Wehr. Für den Bärenfels halten wir uns indes rechts und folgen dem Forstweg oberhalb des Fischgrabens bis zu den ehemaligen Steinegghöfen.
Dort treffen wir wieder auf den Zwei-Burgen-Weg, auf dem es jenseits des Fischgrabens zur Burgruine Bärenfels geht. Die auch als Steinegg bekannte Höhenburg wird auf das 12. Jahrhundert datiert. Nach mehreren Besitzwechseln im 13. und 14. Jahrhundert fiel die Festung am 18. Oktober 1356 dem großen Basler Erdbeben zum Opfer. Danach wechselte die Burg in den Besitz der Herren von Bärenfels, verlor aber weiter an Bedeutung. Weitere Zerstörungen gehen auf vorbeiziehende Truppen während des Dreißigjährigen Kriegs zurück.
Bis heute erhalten ist der 16 Meter hohe Bergfried des Bärenfels'. Der Zugang erfolgt über die gesicherte Schildmauer auf einer Höhe von neun Metern. Bei günstiger Witterung wird der Aufstieg mit einer imposanten Aussicht über das Wiesental zur Hohen Möhr, zu den Vogesen und dem weiter südlich gelegenen Jura belohnt. Bei idealen Bedingungen reihen sich schließlich im Süden die Gipfel der Berner Alpen und dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau aneinander. Auch die meist dunstige Burgunder Pforte tritt von hier aus gut in Erscheinung.
Der spätere Rückweg erfolgt auf dem Zwei-Burgen-Weg durch den Wald. Nachdem wir eine oberhalb des Wegs gelegene Rastmöglichkeit passiert haben, biegen wir bei der Riesenebene scharf links ab. Rund 600 Meter weiter befindet sich nahe dem Waldrand mit dem Wanderparkplatz beim Forsthaus ein alternativer Startpunkt.
Von dort geht es rechts zur Todtmooser Straße. Dieser folgen wir zunächst in Richtung Wehr, um dann rechts zur St.-Wolfgangs-Kapelle abzuzweigen. Geradeaus treffen wir bald wieder auf den Schluchtensteig, mit dem wir die Wehra überqueren und flussabwärts zurück zum Sportplatz gelangen.
Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz beim Sportplatz von Wehr.
Anfahrt mit Pkw: Von der B 518 Wehr-Brennet–Schopfheim bei Wehr Nord abfahren. In Wehr der Beschilderung Richtig Todtmoos folgen, nahe dem Ortsrand links zum Schwimmbad abbiegen.
Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab dem Bahnhof Wehr-Brennet mit der Linie 7320 zur Bushaltestelle Schwimmbad, Wehr. Der Zugang erfolgt über die Straße Frankenmatt oder den Stadionweg.
| Gehzeit | 2.30 bis 3 Stunden |
| Distanz | ca. 8,6 km |
| Anstiege | 400 HM |
| Anforderungen | Abwechslungsreiche Runde entlang der Wehra sowie auf bequem zu gehenden, meist breiten Waldwegen. Der Aufstieg zur Burg ist mit Geländern beidseitig gesichert. |
| Einkehr | Auf der Strecke keine, schöne Rastmöglichkeit bei der Burgruine Bärenfels |
| GPS-Daten | Wanderung Burgen von Wehr gpx |
| KML-Daten | Wanderung Burgen von Wehr kml |