Sonnige Wiesen an der Lauterbacher Hochtalrunde bei Sulzbach im Mittleren Schwarzwald

Auf der Lauterbacher Hochtalrunde

Aussichtsreiche Wanderung zwischen Schramberg und dem Gutachtal im mittleren Schwarzwald

Die Lauterbacher Hochtalrunde ist technisch wie auch konditionell eher anspruchslos. Nach dem Start beim Parkplatz Rotwasser führt Dich die Wanderung durch das landschaftlich reizvolle Sulzbachtal. Es gilt als eines der schönsten Hochtäler im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Gekrönt wird die Runde vom Turm des Gedächtnishauses des Schwarzwaldvereins auf dem Gipfel vom Mooswaldkopf.

Wanderung ab dem Parkplatz Rotwasser

Aufstieg zum Kapfhäusle

Der Einstieg zur Lauterbacher Hochtalrunde befindet sich beim (A) Parkplatz Rotwasser. In etwa mittig vom Parkplatz überqueren wir die Kreisstraße und folgen dem Kinzig-Neckar-Weg (gekennzeichnet mit einer blauen Raute) zum nahen (1) Kapfhäusle.

Das im Privatbesitz befindliche Gebäude gilt mit seinem strohgedeckten Satteldach als charakteristischer Vertreter des Kinzigtäler Hauses. Es handelt sich dabei um ein Leibgedinghaus, dem Wohnhaus der Altbauern. Aufgrund der Bauweise wird davon ausgegangen, dass es im 18. Jahrhundert errichtet wurde. Zwischen dem Häusle und dem Wanderweg erfreut uns ein gepflegter Bauerngarten.

Gedächtnishaus auf dem Mooswaldkopf

Oberhalb vom Kapfhäusle treffen wir auf den Mittelweg, dem wir über den Wegweiser (2) Mooswald und den (3) Kohlplatz zum (4) Gedächtnishaus auf dem Mooswaldkopf folgen.

Bei klarer Luft eröffnet uns der Aussichtsturm eine herrliche Aussicht nach Süden über die Kuppen des mittleren Schwarzwalds bis hin zu den Höhen der Schwäbischen Alb.

Das nominell teuerste Gebäude im Schwarzwald

Beim Gedächtnishaus lohnt sich ein Blick auf die enormen Baukosten. Denn allein beim Ausbau des Turms flossen 460 000 000 000 000 Mark in die Taschen der beschäftigten Handwerker. In Worten ausgedrückt sind das 460 Billionen Papiermark. Grund für die Kostenexplosion war, dass die Grundsteinlegung am 14. Juli 1923 mitten in die grassierende Geldentwertung fiel. Erhielt ein Steinhauer zu Beginn der Bauarbeiten noch 36 000 Papiermark in der Stunde ausbezahlt, so waren es am 12. Oktober 1923 bereits 105 Millionen Papiermark.

Allein kaufen konnte er sich mit dem vielen Geld so gut wie nichts. Denn vergleicht man die Kaufkraft des Gelds mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, so sank der Stundenlohn von 36 Pfennigen auf nur noch 11 Pfennige. Als der Ausbau am 17. November 1923 abgeschlossen wurde, hatten die Menschen längst damit begonnen, Geldscheine an die Wände zu tapezieren. Richtige Tapeten waren zurzeit der Hyperinflation schlichtweg unbezahlbar. Heute erinnert eine Wegmarke nahe dem Turm an die ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg.

Geschichte des Gedächtnishauses

Das denkmalgeschützte Haus erinnert an die »Gefallenen des Weltkrieges von 1914-18 vom Württembergischen Schwarzwaldverein«. Die Geschichte des Wanderheims ist ein paar Jahre älter: 1904 erbaute der Karlsruher Kunstmaler Robert Engelhorn einen 15 Meter hohen Turm mit einfacher Unterkunft.

1923 wurde der Turm auf 21 Meter erhöht, die Hütte vergrößert und mit einem Neubau verbunden. Nach erneuten Umbauten bietet das Wanderheim seinen Gästen heute mehrere große, modern eingerichtete Zimmer, womit es auch ein beliebtes Etappenziel auf dem Mittelweg ist.

Abstieg ins Sulzbachtal

Beim Gedächtnishaus verlassen wir den Mittelweg wieder. Während dieser halbrechts Kurs auf den Wanderparkplatz Fohrenbühl (alternativer Startpunkt zu dieser Runde) nimmt, zweigt die Lauterbacher Hochtalrunde links ab. Auf dem nächsten Abschnitt geht es somit der gelben Raute durch den Wald über »Am Mooswaldkopf« sowie die Wegweiser (5) Welschdorf und (6) Mooserhof zurück ins Sulzbachtal.

Sobald der Wald die Sicht wieder frei gibt, genießen wir wieder die wunderbare Aussicht über die sanft geschwungene Hochfläche. Am Mooserhof vorbei nutzen wir die nur wenig befahrene Straße nach (7) Bruckhof. Wer mit dem Bus ab Schramberg anreist, findet hier mit der Haltestelle »Gasthof Neue Brücke, Lauterbach« einen weiteren möglichen Einstiegspunkt in die Runde.

Wir verlassen den beschaulichen Ortsteil sogleich wieder, passieren den Abzweig zum Finsterbacherhof und nehmen den Anstieg hoch zum (8) Bruckdobel. Dort biegen wir links ab und folgen dem nahezu ebenen Fahrweg nach (9) Kienbronn und, erneut links ab, Rotwasser zurück zum (E) Parkplatz Rotwasser.

Auf diesem letzten Abschnitt lohnt es sich, neben den Bergen in der Ferne auch die Besonderheiten am Wegrand im Auge zu behalten. So führt der Wanderweg an alten Grenzsteinen und einen hübschen Weiher vorbei, bevor eine steinerne Sitzgruppe zu einer letzten, entspannten Rast einlädt.

Tipp: Mooswaldmühle

Im oberen Sulzbachtal gibt die rund 400 Jahre alte Mooswaldmühle Einblick in das Handwerk des Müllers. Neben einem oberschlächtigen Wasserrad, Aufschütttrichter (Trimmel), Läufer- und Bodenstein finden wir hier alles, was zum Betrieb einer Mahlmühle benötigt wird.

Im Jahr 2016 wurden das alte Reetdach komplett saniert sowie auch zahlreiche undichte Stellen innerhalb des historischen Gebäudes ausgebessert. Führungen sind nach Absprache mit den Mitarbeitern der Touristinformation von Lauterbach möglich.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz Rotwasser oberhalb von Lauterbach.

Anfahrt mit Pkw: Von der L 108 Schramberg – Hornberg in Lauterbach in die Albert-Gold-Straße abbiegen und der (Kreis-) Straße bis zum Parkplatz bei Rotwasser folgen. Alternativ kannst Du auch auf dem Wanderparkplatz vom Gedächtnishaus nahe der L 108 parken.

GPS-Koordinaten 48.2570, 8.3090

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen Busverbindungen von Hornberg und Schramberg zur Haltestelle Fohrenbühl an der L 108. Der kurze Zugang zur Hochtalrunde erfolgt dann über den Mittelweg.


Nein, Du kannst Dich auf eine reizvolle und abwechslungsreiche Wanderung durch stille Wälder einstellen. Die Runde führt über offene Hochlagen sowie auf bequemen und gut ausgeschilderten Wegen und Pfaden.


Einkehrmöglichkeiten findest Du im Gasthof Gedächtnishaus Fohrenbühl.


Diese Wanderung ist ab dem April bis Ende Oktober am schönsten.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristinformation Lauterbach
Schramberger Straße 5
78730 Lauterbach

📞 +49 7422/94 97 30

🌐 lauterbach-schwarzwald.de 

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 2.45-3 h
📏 Distanz: 9 km
🏔️ Höhenmeter: 300
⚖️ Schwierigkeit: leicht
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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