Aussicht über die Fünftälerstadt Schramberg im Schwarzwald

Wanderung zur Hohenschramberg und Schilteck

Ritterliche Runde über der Fünftälerstadt im mittleren Schwarzwald

Schramberg trägt den Beinamen Fünftälerstadt: Kirnbach, Lauterbach und Göttelbach münden hier in die Schiltach. Letztere zählt doppelt, weil sie beiderseits der Stadt verläuft. Die strategisch besondere Lage ging im Mittelalter mit dem Bau mehrerer Burgen einher. Auf dieser Runde verbinden wir die Hohenschramberg mit der Burgruine Schilteck.

Wanderung ab der St. Maria-Kirche in Schramberg

Als Ausgangspunkt haben wir die Brücke bei der (A) St. Maria-Kirche nahe dem Parkhaus von Schramberg gewählt. Am Wegweiser ist der Genießerpfad Schramberger Burgen angeschrieben. Zum Teil deckt sich dieser mit unserer Runde. Insgesamt aber konzentriert sich der Genießerpfad auf die Anhöhen südlich von Schramberg, während wir uns dem Norden mit der Schilteck widmen.

So eingestimmt folgen wir ab der Kirche der Beschilderung über den Wegweiser »Überm Schlossbergtunnel« zum (1) Aussichtshäusle. Der Name ist Programm: Beim Pavillon liegen uns weite Teile der eng bebauten Stadt zu Füßen. Direkt oberhalb treffen wir auf den Lauterbacher Wandersteig, auf den wir rechts einbiegen.

Über einen Treppenweg geht es hoch zum Wegweiser »Elefantenkopf«. Wer möchte, kann dort mit dem Wandersteig sowie auch Burgenpfad rechts abbiegen. In dem Fall ginge es über den Burgweg hoch zur Hohenschramberg.

Burgruine Hohenschramberg

Um nicht zweimal denselben Weg zu laufen, biegen wir stattdessen links ab und wählen somit die Route über den Wegweiser »Nippenburg«. Dort halten wir uns rechts, bevor wir 150 Meter weiter ebenfalls rechts den Pfad hoch zur (2) Hohenschramberg nehmen. Die Festung direkt oberhalb der Fünftälerstadt wurde ab 1457 als Ersatz für die zerstörte Burg Ramstein bei Tennenbronn errichtet. Damit zählt die Hohenschramberg zu den jüngsten deutschen Burgen.

Erste größere Schäden erlitt die Hohenschramberg im Dreißigjährigen Krieg, als Soldaten des Herzogs von Württemberg die Festung belagerten und einnahmen. 1648 wurde die bis dahin zu Vorderösterreich gehörende Herrschaft Schramberg an die Grafen von Bissingen und Nippenburg verpfändet. Im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde die Burg 1689 durch Truppen Ludwigs XIV. zerstört. Heute bildet die restaurierte und immer noch stattliche Festung eine beliebte Kulisse für Familien- und Hochzeitsfotos.

Burgruine Schilteck

Nach dem Burgbesuch geht es vom Burgstüble hinunter zum Wegweiser »Burgweg« (blaue Raute). Scharf links befinden wir uns bis zum Wegweiser beim (3) Hasenhäusle auf dem Kinzig-Neckar-Weg, biegen dann aber links ab. Wieder leicht bergan folgen wir somit der gelben Raute auf breitem Forstweg durch den Wald bis zum (4) Schlossbergweg, wo wir rechts zur (5) Burgruine Schilteck abzweigen. Der Zugang zur Festung erfolgt auf der linken Seite des Bergfrieds über eine Treppe. Dort befindet sich eine Toilettenanlage, die aber für gewöhnlich verschlossen ist. Um Reinhaltung der Burganlage wird gebeten.

Geschichte der Schilteck

Die Schilteck selbst wurde um das Jahr 1200 auf einem Bergvorsprung unter den Herren von Schilteck errichtet und 1225 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich bestand sie aus einem Bergfried, einem Zwinger und zwei Außenmauern und diente der Sicherung des Schiltachtals. Nach mehreren Besitzwechseln wurde die Burg 1395 den Württembergern zugesprochen.

Genau 101 Jahre später erfolgte die Vereinigung mit der Herrschaft Schramberg. Anstelle einer neuen Blütezeit setzte daraufhin der schrittweise Niedergang der Schilteck ein. Zeitweise diente sie gar als Steinbruch. Teile der Verteidigungsmauer und der Bergfried blieben jedoch erhalten. Im Umfeld der Schilteck ist außerdem der Halsgraben gut zu erkennen.

Schilteckhof und Handelshofbrücke

Von der Schilteck folgen wir der gelben Raute über die Zufahrt der Ruine hinunter zum Schilteckhof sowie weiter bergab ins Gewerbegebiet zur (6) Handelshofbrücke. Rechts ginge es entlang der Schiltach zurück zur Altstadt von Schramberg. Für die komplette Runde nutzen wir nahe der Einmündung in die B 462 die Übergangshilfe.

Nach einer kurzen Passage rechts entlang der Bundesstraße biegen wir in die Straße Am Hammergraben ab. Am Ende der Straße wechseln wir auf den nun deutlich ansteigenden Waldweg. Wo dieser in das Ende eines breiteren Forstwegs endet, orientieren wir uns rechts, sodass wir in südlicher Richtung durch den Wald zu den Häusern der Tiersteinstraße gelangen.

Tierstein und Paradiesberg

Links geht es am obersten Haus vorbei zurück an den Waldrand zu einer mit Bänken ausstaffierten Andachtsstätte. Dann tauchen wir in den Wald ein und folgen dem bequem zu gehenden Forstweg zum Wegweiser beim (7) Tierstein. Zunächst geradeaus halten wir uns beim Wasserhochbehälter links, um einen Katzensprung weiter rechts auf den Pfad abzubiegen.

Auf halber Strecke zum (8) Paradiesberg treffen wir auf den Ostweg, womit wir uns auf dem letzten Abschnitt an der schwarz-roten Raute orientieren können. Damit erfolgt der Abstieg am Waldfriedhof vorbei hinunter ins Stadtzentrum zur Bushaltestelle am (9) Paradiesplatz sowie über die Bundesstraße hinweg zur Altstadt mit der St. Maria-Kirche.

Tipp: Schramberger Burgenpfad

Der als Premiumwanderweg ausgewiesene Burgenpfad verbindet mehrere Aussichtspunkte – wie den Dreiburgenblick – oberhalb der Schiltach und des Kirnbachs mit den Lauterbach-Wasserfällen. Er steuert ebenfalls die Hohenschramberg an, verbindet diese aber mit der Burgruine Falkenstein, anstelle der von uns besuchten Schilteck.

Weitere Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke sind die Villa Junghans und die Falkensteiner Kapelle. Auf der knapp 12 Kilometer langen Runde sind 600 Höhenmeter zu leisten. Da neben einer guten Kondition bei Nässe außerdem Trittsicherheit unabdingbar ist, wird der Burgenpfad nur geübten Wanderern empfohlen.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist bei der St.-Maria-Kirche in Schramberg.

Anfahrt mit Pkw: Über die B 462 Rottweil – Schiltach bis nach Schramberg, dort in die Hauptstraße, dann links zum Parkhaus abbiegen.

GPS-Koordinaten 48.2280, 8.3853

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, ab Schiltach bestehen Verbindungen zur Bushaltestelle Paradiesplatz Schramberg, teilweise mit Umstieg beim Busbahnhof Schramberg.


Die Pfade im Bereich der Hohenschramberg und die letzten Meter zur Ruine Schilteck erfordern Trittsicherheit. Im Bereich Tierstein bis Paradiesberg ist ein guter Orientierungssinn von Vorteil.


Einkehrmöglichkeiten findest Du am Ausgangspunkt der Runde in Schramberg.


Diese Wanderung ist ab April bis in den späten Herbst hinein gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristinformation Schramberg
Hauptstraße 25
78713 Schramberg

📞 +49 7422/292 14

🌐 schramberg.de

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 2.30-3 h
📏 Distanz: 8,7 km
🏔️ Höhenmeter: 450
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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