Die Festung auf dem Schönberg unterstand dem Herren von Geroldseck. Ob er besonders reich war oder ob er ein unbeschwertes Leben führte, darüber schweigen die Quellen. Wohl aber lebte in der Nähe der Herr von Lützelhardt, der von Neid zerfressen zu seinem Burgnachbarn herübersah. Als der Geroldsecker zu einer Jagd ausritt, packte der Herr von Lützelhardt die Gelegenheit am Schopf, ließ seinen Nachbarn heimlich gefangen nehmen und die Augen verbinden.
Danach ließ er ihn einige Tage im Wald herumführen, sodass dieser meinte, an einen fernen Ort gebracht zu werden. Schließlich wurde er in einem Turm im Schloss Lützelhardt eingesperrt. Zwei Jahre harrte der Geroldsecker darin aus, ohne jemals ins Freie gelassen zu werden und ohne zu wissen, wo er war. Doch manchmal meinte er, ein bekanntes Horn zu hören. Also beschloss er, den Turmwächter danach zu fragen. Ihm war klar, dass der Wächter nicht frei reden konnte.