Blick über die Burgmauern der Ruine Hohengeroldseck im Schwarzwald

Burg Hohengeroldseck in Seelbach

Wanderung ab Biberach zur ritterlichen Festung auf dem Schönberg

Auf dem Schönberg, einer Anhöhe zwischen dem Kinzigtal und Schuttertal liegt die Burg Hohengeroldseck. Sie ist Namensgeber über das Geroldsecker Land und auch wegen der ständigen Fürsorge des Vereins zur Erhaltung der Burgruine ein beliebtes Ausflugsziel im mittleren Schwarzwald. Zuletzt wurde sie ab dem Jahr 2013 aufwändig restauriert.

Wanderung durch das Erzbachtal

Der Ausgangspunkt zu dieser Wanderung befindet sich beim Gasthof Linde, in Sichtweite der B 33, kurz bevor der Erzbach in die Kinzig mündet. Mit dem Gasthof zu unserer Rechten laufen wir dem Erzbach auf dem ersten Abschnitt der Tour entgegen. Wo sich die Straße das erste Mal teilt, erreichen wir den Wegweiser »Bildstöckle«. Ein kurzer Blick bestätigt, dass wir richtig sind. Die Burgruine Hohengeroldseck ist angeschrieben. Damit laufen wir weiter bachaufwärts durch das romantische Tal, passieren einen weiteren Bildstock und kommen 500 Meter danach zum (1) Ponyhof. Dort biegt der Wanderweg links ab.

Aufstieg zur Burg Hohengeroldseck

Glich die Wanderung bisher eher einem Spaziergang, gehen die nächsten zwei Kilometer umso mehr in die Beine. Beim (2) Höflewald haben wir den Anstieg aber geschafft und treffen außerdem auf den Kandelhöhenweg.

Auf diesem passieren wir leicht bergab als Nächstes das (3) evangelische Jugendheim und erreichen rund 250 Meter weiter das (4) Geroldseck. Geradeaus steigen wir dann über die Zufahrt hinauf zur (5) Burg Hohengeroldseck.

Grüselhornsage oder auch Lützelhardt-Sage

Die Festung auf dem Schönberg unterstand dem Herren von Geroldseck. Ob er besonders reich war oder ob er ein unbeschwertes Leben führte, darüber schweigen die Quellen. Wohl aber lebte in der Nähe der Herr von Lützelhardt, der von Neid zerfressen zu seinem Burgnachbarn herübersah. Als der Geroldsecker zu einer Jagd ausritt, packte der Herr von Lützelhardt die Gelegenheit am Schopf, ließ seinen Nachbarn heimlich gefangen nehmen und die Augen verbinden.

Danach ließ er ihn einige Tage im Wald herumführen, sodass dieser meinte, an einen fernen Ort gebracht zu werden. Schließlich wurde er in einem Turm im Schloss Lützelhardt eingesperrt. Zwei Jahre harrte der Geroldsecker darin aus, ohne jemals ins Freie gelassen zu werden und ohne zu wissen, wo er war. Doch manchmal meinte er, ein bekanntes Horn zu hören. Also beschloss er, den Turmwächter danach zu fragen. Ihm war klar, dass der Wächter nicht frei reden konnte.

Mit Geduld gelang es dem Gefangenen, das Vertrauen des Wächters zu gewinnen. Schließlich verriet ihm dieser, dass er aus dem Litschental, das zu Geroldseck gehörte, stamme. Da gab sich der Herr von Geroldseck zu erkennen, denn die ganze Zeit über war er von einem seiner eigenen Untertanen bewacht worden. In Erinnerung an seinen Eid verhalf ihm der Wächter zur Flucht.

Bei seiner eigenen Burg angelangt, ließ der Geroldsecker nach seinen vier Söhnen schicken. Die zwei Jahre im Turmverlies hatten ihn stark verändert, sodass die Jungen ihn nicht wiedererkannten. Doch die Frau erkannte ihren Mann wieder. Bald riefen die Geroldsecker ihre Verwandten zusammen. Gemeinsam zogen sie vor das Schloss Lützelhardt, wo es mit dem Neidhammel ein böses Ende nahm.

Konradskapelle und Konradsbrunnen

Nach dem Rundgang durch das imposante Gemäuer und das Studium der wechselvollen Geschichte der Burg steigen wir über den Burgpfad zur Südostseite vom Schlossberg ab. Wer vor dem Rückweg noch einkehren möchte, findet auf der rechten Seite (6) Becks Vesperstube. Da diese als Nebenerwerb betrieben wird, empfehlen wir Dir, Dich kurz vorher über die aktuellen Öffnungszeiten zu informieren.

Ansonsten geht es links auf dem Kandelhöhenweg zurück zum evangelischen Jugendheim. Dort biegen wir rechts ab und folgen der gelben Raute bergab über die idyllisch gelegene (7) Konradskapelle und dem (8) Konradsbrunnen zurück zum Gasthof Linde.

Info Bergrevier in der Enge

Der Abstieg dieser Wanderung führt durch das ehemalige Bergrevier in der Enge. Dieses wird von einer Blei-Zinkformation zwischen Prinzbach und der Kinzig gebildet. Bis ins 14. Jahrhundert wurden die Gruben von den Geroldseckern betrieben, um Silber zu gewinnen. Später ging das Revier an die Reichsstadt Zell im Harmersbach über, die den Bergbau bis Anfang des 19. Jahrhunderts fortführte.

Tipp: Burgfest auf der Hohengeroldseck

Traditionell am ersten September-Wochenende richtet der Burgverein das Burgfest auf der Hohengeroldseck aus. Inmitten des mittelalterlichen Treibens geben Handwerker Einblick in ihre Arbeit, unterhalten Musikanten und werden Führungen angeboten. Weitere Infos erhältst Du auf der Seite burgruine-hohengeroldseck.de 

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz beim Gasthaus Linde nahe der B 33 bei Biberach (Baden).

Anfahrt mit Pkw: Über die B 33 Offenburg – Haslach bei Biberach auf die K 5333 Richtung Fußbach abfahren. Der Ausgangspunkt befindet sich nahe der Anschlussstelle an die Bundesstraße.

GPS-Koordinaten 48.3464, 8.0160

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen Busverbindungen von Offenburg, Gengenbach, Hausach und Haslach zur Haltestelle Biberach Linde.


Langer, aber mäßiger Anstieg bis Höflewald sowie auf die Burgruine, ansonsten angenehme Wanderung auf überwiegend breiten, teils asphaltierten Wegen und schwach befahrenen Straßen.


Eine Einkehrmöglichkeit findest Du möglicherweise in Beck's Vesperstube in Seelbach – es gibt Zeiten, in den diese längere Zeit geschlossen ist.


Diese Wanderung ist das ganze Jahr über gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Kultur- und Touristinfo Seelbach
Hauptstr. 7
77960 Seelbach

📞 +49 7823/94 94 52

🌐 seelbach-online.de

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 3.30-4 h
📏 Distanz: 11 km
🏔️ Höhenmeter: 450
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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