Der Urenkopf ist der höchste Berg der Gemeinde und zugleich Hausberg von Haslach. Seit dem Herbst 2014 wird die schon von Weitem sichtbare Landmarke vom Urenkopfturm gekrönt. Zuvor begegnen wir einem finsteren Kapitel des Kinzigtals.
Als Ausgangspunkt haben wir das idyllisch gelegene Restaurant Waldsee-Terrasse gewählt, womit wir schon beim Start eine schöne Einkehrmöglichkeit bekommen. Für die Wanderung indes kehren wir dem Ausflugslokal den Rücken und laufen auf der Zufahrt vor zur B 294.
Nach gut 100 Metern rechts entlang der Bundesstraße überqueren wir die wichtige Verkehrsverbindung umsichtig und orientieren uns am Waldrand rechts. Damit geht es auf dem Rotkreuzweg bzw. dem Panoramaweg Süd von Haslach hoch zum Pfaffenkähner sowie mit der blauen Raute am Maiers Gedächtnis-Brunnen vorbei bis zur Straße. Diese nutzen wir weiter bergan zum Wegweiser »Vulkan«.
Wo die Straße eine enge Linkskurve beschreibt, orientieren wir uns zunächst rechts, um dann auf den mit gelber Raute markierten Wanderweg zu wechseln. Auf diesem haben wir bald die Gedenkstätte Vulkan erreicht. Ab dem Dezember 1944 bis zum März 1945 waren hier überwiegend aus dem elsässischen KZ Schirmeck-Vorbruck stammende Häftlinge unter verachtenswerten Bedingungen dazu verflucht, bereits bestehende Stollen für die geplante, unterirdische Rüstungsproduktion auszubauen.
Wegen zahlreicher Morde sowie den erbärmlichen Zuständen im Lager war die Außenstelle bald als »Höllenlager Vulkan« bekannt. Heute informieren einige Tafeln über die hier begangenen Gräueltaten, aber auch an die Haslacher Bürger, welche den Einschüchterungsversuchen der sogenannten Schutzstaffel (SS) trotzten und gegen das unmenschliche Verhalten der Wachmänner aufbegehrten.
Nach dem Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte geht es auf dem mit gelber Raute ausgewiesenen Pfad unterhalb der Recycling-Anlage Vulkan vorbei bis zum Wanderparkplatz Urenkopf (Vulkan). Ab dort führt uns die gelbe Raute auf einem breiten Waldweg bis zum Wegweiser »Bohnacker« und weiter geradeaus bis zum oberen Wegesende. Dort biegen wir erst links, einen Steinwurf weiter rechts ab und nehmen den Pfad hoch auf den Urenkopf.
Der Aufstieg auf den 34 Meter hohen Urenkopfturm belohnt uns mit einer Rundumsicht über das Kinzig- und Mühlenbachertal sowie dem Hofstetter- und Fischerbacher Vorder-, Mittel- und Hintertal hinweg zu den umliegenden Kuppen. Bei guter Fernsicht reicht diese im Süden bis zum Schauinsland, dem Kandel sowie dem Rohrhardsberg. Wenden wir uns nach Nordwesten, ist stattdessen die Burgruine Hohengeroldseck zu sehen.
Für den späteren Rückweg nutzen wir den breiteren Weg bzw. den mit einem Hutsymbol klar gekennzeichneten Hansjakobsweg in südwestlicher Richtung zur Sandhasenhütte. Sie geht auf den begabten, jedoch unglücklichen Maler Carl Sandhaas zurück, der hier Trost und Genesung zu finden suchte. Uns bietet sie eine herrliche Sicht über Haslach und das malerisch von Hügeln eingefasste Kinzigtal.
Im weiteren Abstieg biegen wir beim Wegweiser »Hirschfelsenweg« mit dem Hansjakobweg links ab, sodass wir als Nächstes zum Heiligen Brunnen kommen. Einer Legende zufolge geht die kleine Wallfahrtsstätte auf den Einsiedler Rudolfus zurück, der hier im Dreißigjährigen Krieg gelebt haben soll. Heute finden wir hier eine kleine Waldkapelle sowie eine Lourdes-Grotte.
Unterhalb der kleinen Kapelle bleiben wir noch auf dem Hansjakobweg bis zum unteren Waldrand. Von dort ginge es auf dem Themenweg hinunter zur Altstadt von Haslach. Mit ihren Fachwerkbauten ist sie für sich schon einen Ausflug wert. Um zurück zum Waldsee zu kommen, biegen wir beim Wegweiser »Rotkreuz« links ab und folgen der blauen Raute zurück zum Wegweiser »Rotkreuzweg«. Dort stoßen wir wieder auf unseren Hinweg, dem wir über die Bundesstraße zurück zum Café-Restaurant Waldsee-Terrasse folgen, wo wir auf eine facettenreiche Runde zurückblicken können.
Für den Ausbau mehrerer Amphibolit-Stollen wurden von September 1944 bis April 1945 die meisten der 1700 Häftlinge aus drei Haslacher Lagern eingesetzt. Zur beabsichtigten Produktion in den Rüstungsanlagen Vulkan kam es allerdings nie. Ein Grund hierfür war die große Härte des Gesteins, die nur ein sehr langsames Vorankommen erlaubte. So verpuffte auch nach dem Krieg 1947 der erste Versuch, die Vulkanstollen mit 64 Tonnen Sprengstoff zu zerstören, nahezu wirkungslos. Erst die zweite, deutliche stärkere Sprengung führte zum Erfolg.
Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz beim Waldsee von Haslach.
Anfahrt mit Pkw: Über die B 294 Freiburg – Freudenstadt nach Haslach. Der Parkplatz am Waldsee befindet sich südlich der Stadt und ist mit einer schmalen Straße mit der Bundesstraße verbunden.
GPS-Koordinaten 48.2674, 8.0948
Ja, es bestehen Busverbindungen ab dem Bahnhof Haslach zur Haltestelle Otto-Laible-Straße. Der Zugang erfolgt dann über den Waldseeweg.
Die Pfade auf der Nordseite vom Silberberg sind felsig, zum Teil müssen umgestürzte Bäume überwunden werden. Stöcke sind hier von Vorteil.
Die einzige Einkehrmöglichkeit dieser Wanderung ist das Restaurant Waldsee Terrasse, 🌐 waldsee-terrasse.de.
Diese Wanderung ist das ganze Jahr über gut möglich.
Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Tourist Information Haslach
Im Alten Kapuzinerkloster / Klosterstr. 1
77716 Haslach