Aussicht vom Brandenkopfturm über die Wälder und Hügel rund um das Harmersbachtal

Wanderung auf den Brandenkopf

Aufstieg ab der Kreuzsattelhütte zum Wanderheim zwischen dem Harmersbachtal und dem Wolftal

Die Tour auf den Brandenkopf zählt zu den Wanderungen, bei denen wir uns überwiegend im Wald bewegen. Das erwartete Panorama eröffnet uns erst der 33 Meter hohe Brandenkopfturm. Überragt wird dieser vom benachbarten Sender Brandenkopf sowie zwei Windkrafträdern.

Wanderung auf der Westwegvariante

Nach der ersten Orientierung wenden wir der Kreuzsattelhütte den Rücken und folgen dem Westweg über die Passstraße zum Wegweiser »Am Reiherskopf«. Der im Jahr 1900 beschilderte Fernwanderweg führt von dort direkt zum Hirzwasen, was bedeutet: Er lässt den Brandenkopf als herausragendes Zwischenziel aus. So erscheint es nur logisch, dass inzwischen eine Variante existiert.

Wir biegen also rechts ab und wechseln gut 100 Meter weiter auf den ebenfalls mit roter Raute markierten Gründlesweg. Dieser verläuft in etwa parallel zur Straße bis nahe der Gründlesquelle. Dort ermöglichen mehrere Lücken zwischen den Fichten einen eingeschränkten Blick ins Harmersbachtal, während wir mit der Westwegvariante die Straße zum alternativen Startpunkt bei der Steigleshütte kreuzen. Über den sachte ansteigenden Fahrlehenkopfweg gelangen wir zum Wegweiser der Hütte sowie geradeaus weiter zum Spitzbrunnen.

Brandenkopf – König unserer Heimatberge

Beim Brunnen vereint sich die Westweg-Variante mit dem zweiten Hansjakobweg. Wir laufen noch ein kurzes Stück weiter geradeaus bis nahe an das Windrad, um dann erst links auf den Pfad sowie gleich anschließend beim Wegweiser »Farnlehenkopf« erneut links auf den wieder breiten Weg abbiegen. 400 Meter weiter stehen wir oben auf dem Brandenkopf.

Noch bis ins Jahr 1730 hieß der als »König unserer Heimatberge« bekannte Berg Varnlehenskopf. Dann aber fielen rund 50 Morgen – das sind etwa 12,5 Hektar – Wald einer verheerenden Feuersbrunst zum Opfer. In Erinnerung an das schreckliche Ereignis nannten ihn die Bürger »Brenntenkopf«, was 1842 in Brandenkopf geändert wurde.

Vorsicht vor Superlativen

Heute ist der Brandenkopf wieder dicht bewaldet. Um die nach dem Brand weitreichende Aussicht wieder herzustellen, wurde 1905 ein erster hölzerner Turm errichtet. Die luftige Konstruktion wurde von Wetter und Wind jedoch bald in Mitleidenschaft gezogen, sodass dieser 1929 durch den heute noch bestehenden steinernen Aussichtsturm ersetzt wurde. Am Eingang nennt ein Schild den 945,9 Meter hohen Hausberg von Oberharmersbach als höchste Erhebung im mittleren Schwarzwald. Das ist nicht ganz korrekt.

So finden sich südlich der Kinzig mit dem Kandel (1241 Meter), der Weißtannenhöhe (1190,5 Meter) dem Rohrhardsberg (1153 Meter) und weiteren Höhen gleich einige Berge, die den Brandenkopf deutlich überragen. Und auch nördlich der Kinzig wird er durch die Lettstädter Höhe (966,7 Meter) auf Platz zwei verwiesen.

Dem zum Trotz eröffnet uns die Aussichtsplattform natürlich eine herrliche Rundumsicht über die umliegenden Schwarzwaldberge. Bei optimalen Bedingungen reicht diese im Westen bis zu den Vogesen, während im Osten die Schwäbische Alb auszumachen ist. Mit Glück zeichnen sich dann im Süden die Alpen schemenhaft ab.

Rückweg über die Bettelfrau oder Hirzwasen

So wie wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, geht es über einen teils von Wurzeln überzogenen Pfad hinunter auf den Oberen Brandenkopfweg. Wir biegen links zum Hirzwasen ab. Auf dem nächsten Abschnitt fehlen Aussichten. Wohl aber lohnt sich ein Blick in den Wald, wo sich eine mit Moos, Hainbinsen und Heidelbeersträuchern bewachsene Blockschutthalde ausbreitet.

Über den Wegweiser »Am Steigleskopf kommen wir zur Bettelfrau. Wer die kurze Runde gewählt hat, findet hier links entweder auf dem Fahrweg oder, davon links abzweigend, dem Wanderweg zurück zum Parkplatz bei der Steigleshütte.

Alle anderen halten sich rechts und folgen der Variante weiter bis zu ihrem Ende auf dem Hirzwasen. Dort kreuzen sich mehrere breite Forstwege. Wir indes orientieren uns halblinks und nehmen den deutlich weniger befestigten Waldweg. Nach einem letzten Anstieg über die Ostflanke vom Reiherskopf mündet der Weg in die Passstraße, auf der wir rechts zurück zum Sattelwasen und den Rastmöglichkeiten bei der Kreuzsattelhütte finden.

Sage der Bettelfrau

Die Sage der Bettelfrau handelt von einer alten, als Bettlerin verkleideten Frau, welche den Wallfahrern auf ihren Weg von Oberharmersbach nach Maria Einsiedeln im Kanton Schwyz Angst einjagte. Ein Mann soll das Weiblein von ihrem Schicksal befreit haben, indem er für sie eine Messe in dem Schweizer Wallfahrtsort lesen ließ. Eine zweite Legende berichtet hingegen von einer Bettelfrau, die bei ihrem Gang über den Pass von einem Schneesturm überrascht wurde.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Wanderparkplatz am Kreuzsattel oberhalb von Oberharmersbach.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 33 Offenburg – Haslach i.K. bei Biberach Richtung Zell a.H. abfahren. Weiter auf der L 94 bis Oberharmersbach fahren und ab dort der Beschilderung erst Richtung Brandenkopf, dann Kreuzsattel folgen. Alternativ ist die Anfahrt auch von Oberwolfach im benachbarten Wolftal möglich.

GPS-Koordinaten 48.3581, 8.1736

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Nein, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist leider nicht möglich.


Erst sachte, dann mäßiger Aufstieg auf breiten Wegen auf den Brandenkopf. Im Abstieg stehen mehrere Pfade an und fordert der letzte Anstieg ab dem Hirzwasen etwas Kondition am Berg. Alternativ ist auch eine kürzere Runde ab dem Parkplatz Steigleshütte möglich.


Einkehrmöglichkeiten findest Du beim Wanderheim Brandenkopf, brandenkopf.net


Diese Wanderung ist ab am schönsten ab Mai bis Oktober.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristinfo Zell am Harmersbach
Hauptstr. 19
77736 Zell am Harmersbach

📞 +49 7835 / 636 92 40

🌐 zell.de

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 3.30 h
📏 Distanz: 8,7 km
🏔️ Höhenmeter: 330
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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