idyllischer Wanderweg bei Nordrach im Schwarzwald

Zum Heidensteisofa von Nordrach

Wanderung über den Katzenstein oder Heidenstein zur keltischen Kultstätte

Verglichen mit dem Kinzigtal geht es im Nordrachtal entschieden ruhiger zu. In der Gemeinde treffen der Jakobusweg und der Kandel-Höhenweg aufeinander. Auch zum Großen Hansjakobweg ist es vom Luftkurort Nordrach nicht weit. Unser Ziel ist jedoch eine heidnische Kultstätte: Das Heidensteinsofa, eine alte Kultstätte aus der Zeit der Kelten.

Wanderung ab Nordrach

Wer mit dem Bus angereist ist, folgt der Beschilderung ab der Maile-Gießler-Mühle über den Maile-Gießler-Hof zur Winkelwaldklinik. Wer mit dem Pkw unterwegs ist, kann auch direkt bei der Klinik starten. In beiden Fällen geht es mit der gelben Wegmarkierung links des Hauptgebäudes in den Wald, dort rechts ab auf die Forststraße bergan zum Wegweiser Winkelwald. Hier biegen wir erneut rechts in Richtung Lärchenhütte.

Um auf dem offiziellen Wanderweg zu bleiben, halten wir uns nach der nächsten Linkskurve rechts. Anschließend folgen wir dem markierten Wanderweg um eine scharfe Rechtskurve kurz an den Waldrand und steigen dann mit der nächsten Linkskurve hoch zum Wegweiser »Am Karlswegle«. Hier treffen wir auf den Jakobusweg, dem wir links weiter bergauf bis zur (1) Lärchenhütte folgen.

Wer nur eine kurze Runde laufen will, kann bei der kleinen Schutzhütte zur (6) Hochkopfhütte abkürzen. Alle anderen biegen bei der Lärchenhütte nach rechts auf den Kandelhöhenweg ab und erreichen gut 300 Meter weiter den (2) Katzenstein. Bei der offenen Felsformation öffnet sich überraschend der Blick nach Südosten über das Nordrachtal zum Kuhhornkopf (553 Meter), eine schöne Stelle für eine erste Pause.

Pfaffenbacher Eck

Weiter geht es auf dem Kandelhöhenweg bis zum (3) Pfaffenbacher Eck. Unweit einer Forsthütte befindet sich ein Bildstock. Hier sind dann nicht die Genusswanderer, sondern die Ausdauersportler gefragt. Soll heißen: wer diese Wanderung zu einer Ganztagstour mit Einkehr erweitern möchte, empfehlen wir ab dem zweiten Wegweiser am Pfaffenbacher Eck einen Abstecher zum Naturfreundehaus auf der Kornebene. Der Kandelhöhenweg führt bergan direkt dorthin. In dem Fall verlängert sich die Gesamtstrecke um gut fünf Kilometer. Andernfalls wechseln wir bereits beim ersten Wegweiser links auf den Nebenwanderweg zur 600 Meter entfernten (4) Hüttersbacher Quelle.

Der breite und abfallende Forstweg dorthin verführt zu einer höheren Gangart, sodass man schnell beim deutlich tiefer gelegenen (5) Ignazdobel landet und anschließend alles wieder bergauf über einen schmalen Waldpfad kraxeln muss. Besser ist es, bei der Quelle gleich links auf den oberen Wanderweg abzuzweigen und der Wegmarkierung über den Hochkopfweg und »Am Hochkopf« zur (6) Hochkopfhütte zu folgen. Aus eigener Erfahrung wissen wir: Es ist viel besser. Die Hütte selbst befindet sich einen Katzensprung oberhalb des Wanderwegs und bietet eine schöne weitere Möglichkeit, die Wanderung zu unterbrechen.

Übers Schwaibachtal zum Heidensteinsofa

Am Wegweiser unterhalb der Hochkopfhütte biegen wir scharf rechts ab und steigen über Echtleshofwald, Schützengrund und (7) Engelsgraben hinab ins Schwaibacher Tal. So wie wir den Wald verlassen, verläuft der Wanderweg leider auf einer asphaltierten Straße. Die idyllisch in die Landschaft eingebetteten Höfe und die Aussicht über das enge Tal machen das aber wieder wett. Beim (8) Wegweiser Schwaibacher Tal können wir die wenig befahrene Talstraße wieder verlassen und links den Schildern Richtung Dantersbach zunächst am Waldrand, dann durch Obstwiesen oberhalb der Kinzig bis (9) Müllers Halde folgen. Rechts lockte früher die (10) Vesper-Mühle mit Spezialitäten aus eigener Herstellung.

Wir verpassen also nichts, wenn wir links zum (11) Heidenstein abbiegen. Der Aufstieg dorthin erfolgt über einen steilen Zickzack, der ganz schön in die Beine geht. Wir zumindest waren froh, als wir den Heidenstein endlich erreicht hatten. Bei dem Heidenstein handelt es sich um eine keltische Opferstätte aus der Zeit vor Christus. Zu den Ritualen der Kelten zählte damals das Opfern von Tieren in einer steinernen Opferschale. Diese ist noch heute gut zu erkennen. Ganz in der Nähe befinden sich mehrere Menhire und das Heidensteinsofa. Es diente den Keltenpriestern als Sitz bei Ritualen und Gerichtsprozessen. Die Felsen, die das Heidensteinsofa bilden, sind mit Moos bewachsen und ebenfalls leicht zu erkennen.

Über Lieberkopf und Schwaibacher Eck zurück zum Winkelwald

Oberhalb des Sofas mündet der Waldpfad in einen breiteren Forstweg. Rechts ab, geht es zum (12) Wegweiser »Lieberkopf« und über die Nordwestseite des Lieberkopfes (526 Meter) ans (13) Schwaibacher Eck. Geradeaus weiter können wir von dort der gelben Raute über das Maileseckle und den Maile-Gießler-Hof zurück zu Ausgangspunkt in Nordrach bzw. bei der Winkelwaldklinik folgen.

Nachdem wir auf einer Lichtung bereits auf die Klinik herabschauen können, macht der Wanderweg nochmals einen Schwenk durch den Wald und an einem alten jüdischen Friedhof vorbei. Der Zugang auf das Gelände erfolgt auf eigene Gefahr und setzt für männliche Besucher eine Kopfbedeckung voraus. Am Eingang gibt ein Merkblatt weitere Informationen über die Friedhofsordnung. Dazu gehört auch, dass der Zutritt am Schabbat und jüdischen Feiertagen generell verboten ist.

Heidenkirche im Harmersbachtal

Auf dem Bergrücken jenseits der Nordrach befindet sich die Heidenkirche. Gebildet wird diese von gewaltigen Sandsteinblöcken. Ob an diesem Ort tatsächlich heidnische Riten durchgeführt oder gar Menschenopfer dargebracht wurden, ist ungewiss.

Mehrere Höhlen in den Felsen sollen den Menschen während des Dreißigjährigen Kriegs und zurzeit der Überfälle durch französische Truppen als Unterschlupf gedient haben. Auch nutzten die Menschen die Höhlen als sicheres Versteck für alles von Wert. Der Zugang dorthin erfolgt ab dem Löcherbergwasen an der L 94 über den Querweg Gengenbach-Alpirsbach in Richtung Fridolinshütte.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz beim Maile-Gießler-Hof.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 33 Offenburg – Haslach bei Biberach nach Zell am Harmersbach abfahren und den Schildern nach Nordrach bis zum Abzweig Winkelwald folgen. Parkmöglichkeiten gibt es unterhalb der Klinik Winkelwald.

GPS-Koordinaten 48.3954, 8.0749

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen allerdings nur wenige Busverbindungen ab Zell am Harmersbach zur Haltestelle Nordrach Grafenberg.


Du kannst Dich auf eine technisch leichte Rundwanderung über Waldwege und Pfade sowie der wenig befahrenen Straße ins Schwaibachtal einstellen. Zwei längere Anstiege zu Beginn und gegen Ende machen diese Tour jedoch zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.


Entlang der Strecke fehlen leider Einkehrmöglichkeiten. Früher gab es die Vesperstube Müllers Mühle in Dantersbach, die heute aber als Eventlocation geführt wird und Wanderern damit nicht mehr offensteht.


Diese Wanderung ist ab April bis Oktober gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristeninformation Nordrach
Im Dorf 26
77787 Nordrach

📞 +49 7838/92 99 21

🌐 nordrach.de 

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 4.30-5 h
📏 Distanz: 14 km
🏔️ Höhenmeter: 630
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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