Ausblick beim Schmalzerhisli über den Mittleren Schwarzwald

Benau-Rundweg zum Schmalzerhisli

Schattige Rundwanderung ab Oberwolfach-Walke auf stillen Waldpfaden

Für den Benau-Rundweg wird vor Ort in Oberwolfach-Walke empfohlen, diesen entgegen den Uhrzeigersinn zu wandern. Damit ginge jedoch ein steiler Abstieg zum Ende der Tour einher. Sowie wir im Uhrzeigersinn laufen, liegt der schwerste Abschnitt beim Schmalzerhisli hinter und ein lockerer Rückweg auf dem Wolftalweg vor uns.

Wanderung ab Oberwolfach-Walke

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist beim Gemeindehaus und der St. Marien-Kirche in Oberwolfach-Walke. Um den Benau-Rundweg im Uhrzeigersinn zu wandern, laufen wir zwischen den beiden Gebäuden hindurch und verlassen den Ort auf der Straße Am Spinnerberg (in Richtung Talblick). Durch die hohe Steigung öffnet sich bald die Sicht über die Dächer von Walke.

Jenseits der Wolf sind die spärlichen Reste der Ruine Walkenstein zu sehen. Die auch Falkenstein genannte Burg wird auf das 14. Jahrhundert datiert und soll der Überwachung der mit dem Bergbau einhergehenden Erztransporte gedient haben. Unter der Ruine sollen reiche Schätze verborgen liegen. Nach der ersten und lange Zeit letzten Aussicht biegen wir beim (1) Wegweiser »Spinnerberg« rechts zur Schremppenhöhe ab.

Aufstieg zur Schremppenhöhe

Circa 60 Meter weiter wechseln wir links auf den Pfad. Wir befinden uns somit auf dem mit gelber Raute markierten Herrenwegle. Wir sollten uns Zeit lassen, denn es geht steil bergan. Zugleich wird es um uns herum angenehm still. Dabei kreuzt das Herrenwegle mehrere breitere Wald- und Forstwege.

Im Anschluss an eine Lichtung geben die Bäume die Sicht auf den Uhlbauernhof frei. Dort endet das Herrenwegle. Wir wandern in etwa geradeaus weiter auf dem Forstweg bis zur (2) Schremppenhöhe. Oben angekommen biegen wir links auf den Hansjakobweg ein.

Bergbau auf dem Schwarzenbruch

Knapp 200 Meter danach fällt ein Mast rechts im Wald auf. Es handelt sich um die letzte verbliebene Stütze einer (3) Drahtseilbahn. Sie zeugt von der Zeit, als im oberen Wolftal Schwerspat abgebaut wurde. Nachdem das auch als Baryt bekannte Mineral zunächst mit Pferdefuhrwerken nach Wolfach transportiert wurde, entstand 1907/08 eine knapp drei Kilometer lange Förderbahn. 1967 endete der Betrieb. Während der 59-jährigen Betriebszeit wurden mit der Anlage ungefähr eine Million Tonnen Schwerspat von der vierten Sohle des Bergbaus bis hinunter zur Talstation vor Battengott an der Landstraße befördert.

Vesperstube Schmalzerhisli

Wo wir anschließend den Wald verlassen, geht es mit dem Jakobsweg rechts entlang von Wiesen zum (4) Schmalzerhisli. Der Name kennt zwei Herleitungen. So soll Otto Schremp in schweren Zeiten den Kindern vom Tal Schmalzbrote gegeben haben. Als wahrscheinlicher gilt, dass der Name vom Schnupftabak stammt, den Otto Schremp stets zu sich genommen und vom Landshuter Hersteller Schmalzer bezogen hatte.

Heute können wir uns über herzhafte Vesperteller mit regionalen Produkten freuen. So stammt der Bergkäse vom Mooshof, einem Biolandhof bei Schramberg-Tennenbronn. Bei klarem Wetter eröffnet uns die Terrasse eine gute Sicht zum Brandenkopf. Rechts davon schließen sich der Reiherskopf und Regeleskopf an.

Die versunkene Stadt Benau

Nach der Einkehr trennen uns wenige Schritte vom Hansjakobstein. Dort zweigen wir zunächst links auf den Wiesenpfad ab und genießen die Aussicht über das Wolftal zu den östlich und nördlich gelegenen Bergzügen. Dann orientieren wir uns rechts, sodass wir den unteren Wirtschaftsweg kreuzen. Durch eine Waldecke hindurch biegen wir alsdann beim Wegweiser (5) Auf dem Schlegel rechts ab. Vor Ort lernen wir die Legende der einst wohlhabenden Bergbaustadt Benau kennen.

Demnach sollen sich die Bürger von Gott abgewandt und stattdessen ein goldenes Kalb angefertigt und angebetet haben. Bis die Stadt samt ihren Bürgern und dem Kalb im Berg versank. Zwei Burschen bewiesen später, dass es durchaus möglich ist, bis zu dem Kalb einen Stollen in den Berg hineinzutreiben. Allein auch ihr Schicksal möchte keiner teilen. Einer der beiden Schatzjäger soll blind, der andere wahnsinnig geworden sein.

Finale auf dem Wolftalweg

Beim (6) Hasenacker biegen wir erneut erst rechts, dann 200 Meter weiter links ab. Nach einer Passage am Waldrand tauchen wir abermals in den Wald ein und folgen der gelben Raute nun stetig bergab. Nachdem wir den Dohlenbach gekreuzt haben, geht es links auf der Straße hinunter auf den Talgrund. Jenseits der Wolf passieren wir den (7) Dohlenbacherhof, bevor wir nach einem Zwischenanstieg rechts auf den Wolftalweg einbiegen. Hier lernen wir das Schicksal des Zierlebauers kennen.

Weil dieser schlecht wirtschaftete, klaute er Flößern wiederholt Holz, um dieses zu Geld zu machen. Bis er schließlich in einer stürmischen Nacht zwischen die Holzstämme geriet und zerquetscht wurde. Danach soll er den Zierlehof als Geist aufgesucht haben. Schließlich hatten die Leute sein Treiben satt und errichteten das Zierlekreuz, um den Geist zu bannen. Nach dieser tragischen Geschichte können wir die letzten vier Kilometer nach Walke – erst im Wald, ab etwa der Hälfte auch entlang der Wolf – zum lockeren Auslaufen nutzen.

Bergbau im Wolftal

Der Bergbau im Mittelalter war im Schwarzwald auf die Gewinnung von silberhaltigen Erzen ausgerichtet. Der Schwerspat, das hauptsächliche Gangmaterial der Gruben im Kinzigtal, wurde damals noch als wertlos erachtet und auf die Halden geworfen. Heute ist Schwerspat durch den Einsatz bei Bohrspülungen, als Füllstoff in Farben oder bei der Schalldämmung von Böden und Wänden sowie auch in Autokarosserien von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist beim Gemeindehaus Oberwolfach-Walke.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 294 Hausach – Schiltach bei Wolfach auf die L 96 abfahren, der Straße weiter durch Oberwolfach bis zum Ortsteil Walke folgen.

GPS-Koordinaten 48.3447, 8.2254

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen jedoch nur wenige Busverbindungen von Wolfach und Freudenstadt zur Haltestelle Oberwolfach Walke.


Auf den ersten 4 km ist ein Großteil der Höhenmeter auf Waldwegen und -pfaden zu leisten. Es folgen schöne Ausblicke am Gütschkopf und ein lockerer Abstieg ins Wolftal.


Einkehrmöglichkeiten findest Du im Vesperstube Schmalzerhisli, So und Feiertags sowie vom 1. Juni bis 30. September

🌐 schmalzerhisli.de


Diese Wanderung ist ab Mai bis Ende Oktober gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristinfo Wolfach
Hauptstraße 41
77709 Wolfach

📞 +49 7834/83 53 53

🌐 wolfach.info

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 4.30 h
📏 Distanz: 14,5 km
🏔️ Höhenmeter: 510
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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