Aussicht über das von bewaldeten Hügeln umrahmte Wolfach

Historische Runde ab Wolfach

Wanderung auf ruhigen Pfaden vom Schloss Fürstenberg hoch zur St. Jakobskapelle

Die Entwicklung Wolfachs ist eng mit dem Holzhandel verbunden. Begünstigt wurde der Aufschwung durch die Fürstenberger, welche den Bürgern der Stadt um 1500 weitreichende Privilegien gewährten. Die Historische Runde verbindet das Schloss mit der St. Jakobskapelle. Das auch heute noch bestehende Gotteshaus belegt die Bedeutung des Tals als Pilgerweg.

Wanderung ab dem Rathaus Wolfach

Ab dem Rathaus von Wolfach sind es durch die halbwegs verkehrsberuhigte Hauptstraße nur wenige Schritte bis zum (1) Fürstenbergischen Schloss. Ein bereits im Mittelalter bestehendes Gebäude ließ Maximilian Franz von Fürstenberg-Stühlingen ab 1670 bis zur heutigen Größe ausbauen. Allerdings wurden seine Pläne jäh durchkreuzt: 1681 starb der Landgraf infolge eines Unfalls in Straßburg, weshalb der große Festsaal nie fertiggestellt wurde.

1947 brannte der Nordflügel mitsamt etlicher Kunstschätze und der geschnitzten Decke des Schöffensaals nieder, wurde aber wieder neu aufgebaut. Heute sind in dem stattlichen Gebäudekomplex Museen und Behörden untergebracht. Leicht zu übersehen ist an der linken Seite vom Stadttor (stadtauswärts) das Wolfacher Bettelmännle.

Der Sage nach kam beim Bau des Tores ein Bettler herbei und bat um Almosen. Als ihm die Wolfacher jedwede Spende verweigerten, habe sich das Männle wütend unters Tor gelegt, das Hemd hochgezogen und den Bürgern seinen blanken Hintern präsentiert. Heute ist das Bettelmännle das Wahrzeichen Wolfachs.

Aufstieg zum Käpflefelsen

Stadtauswärts passieren wir die wie ein Park gestaltete Grabenstraße, dann die Sparkassen-Filiale und den Raiffeisenmarkt. Beim Genossenschaftsgebäude nutzen wir den Bahnübergang und biegen rechts ab. Bis zum unteren Wegweiser am (2) Siechenwald befinden wir uns auf einem Teilabschnitt vom Hansjakobweg.

Dann biegen wir links ab, orientieren uns beim nächsten Wegweiser erneut links zum Wildgehege. Nach einer ersten Aussicht über Wolfach und das Wolftal geht es zurück in den Wald und über zwei Kehren zum (3) Käpflefelsen. Der Zugang auf die Aussichtskanzel und ihrer goldenen Kugel erfolgt über eine Brücke.

St. Jakobskapelle

Zurück beim letzten Wegweiser folgen wir anschließend der gelben Raute weiter bergan zu einem Rastplatz mit Infos über das Fürstenberger Schloss und die nördlich von Schramberg stehende Ruine Schlössle. Bei der folgenden Gabelung nehmen wir rechts den Pfad hoch zum Gesundheitsbrünnele, biegen rechts auf den Forstweg ein und folgen schließlich der Beschilderung auf wechselnden Wegen bergan zum Pavillon. Ab dort führt uns die gelbe Raute sicher durch den Wald bis zur (4) St. Jakobskapelle. Auf der Nordseite der idyllisch gelegenen Wallfahrtsstätte bieten mehrere Bänke reichlich Rastmöglichkeiten.

Eine erste, wahrscheinlich aus Holz errichtete Kapelle wurde während der Wirren des Dreißigjährigen Kriegs zerstört, von den Wolfacher Bürgern aber wieder aufgebaut. Mit der wachsenden Zahl der Wallfahrer war diese jedoch bald zu klein, weshalb sie 1680 durch die heute noch bestehende Kapelle ersetzt und in der Folgezeit im Barockstil ausgeschmückt wurde. Auf der Südseite der St. Jakobskapelle finden wir außerdem die deutlich kleinere Bruder-Otto-Kapelle.

Abstieg ins Kinzigtal

Vorbei an den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden eröffnet uns der Fahrweg weitere Aussichten auf die wie ein Riegel am Hang stehenden Gebäude. Wo die Straße eine enge Linkskurve beschreibt, wechseln wir auf den Vogtsbachweg. Beim nächsten Wegweiser setzt sich der Pfad um wenige Schritte nach links versetzt fort, bevor wir der gelben Raute hinunter ins Tal zum (5) Schmelzegrün folgen.

Wer es bei einer kurzen Wanderung belassen will, gelangt links zur Schmelzlebrücke, von wo Verbindungen entlang der Kinzig nach Wolfach oder über den Fluss hinweg ins gegenüberliegende Langenbachtal bestehen.

Für die komplette Tour biegen wir bei Schmelzegrün rechts ab und wandern entlang der Bahnlinie, im weiteren Verlauf an der Kinzig bis zum (6) Serrersteg. Nebst einem Rastplatz informiert eine Tafel des Flößerpfads über die historische Grenze im Kinzigtal und die damit verbundenen Hürden im Handel und Transport.

Rückweg über das Ippichental

Jenseits der Stegs folgt links eine Passage entlang der B 294, die wir bei der Bushaltestelle zum Klausenbauernhof queren. Wieder bergan führt uns die Zufahrt ins Ippichental am Bartleshof vorbei bis zum (7) Abrahamshof. Ab dem bereits 1504 bestehenden Hof zweigen wir links ab, halten uns beim Wegweiser »Hirzebel« abermals links und nehmen den Forstweg bis zum Wegweiser Vor Langenbach.

Ab dort geht es in einem Zacken hoch an den Waldrand sowie mit der gelben Raute an einem weiteren Rastplatz vorbei zum Wassertretbecken beim (8) Eckerlesbrunnen. Der weitere Rückweg nach Wolfach verläuft schräg zum Hang bis zum Kurgarten, dann links zur Vorstadtstraße. Ein Durchlass ermöglicht den Wechsel zur Dammstraße an der Kinzig. Dort können wir dann über die nahe Stadtbrücke zurück zum Rathaus laufen. Oder wir nehmen die entgegengesetzte Richtung bis zum Bistro-Café Flößerpark – einem herrlichen Ort zum gemütlich Einkehren.

Wallfahrt zu St. Jakob

Als Ursprung der Wallfahrt gilt eine Legende. Dieser zufolge hüteten Kinder das Vieh im Wald, als plötzlich ein schöner und anmutiger Gesang durch die Bäume zu ihnen drang. Bald standen sie vor der Tanne, aus der die Klänge kamen. Flugs griffen die Burschen zur Waldaxt und fällten den mächtigen Baum. Damit verstummte der Gesang, doch in dem hohlen Stamm fanden die Hirtenkinder ein Bildnis, in dem sie den Heiligen Jakob den Älteren erkannten.

Bald holten sie die Talbewohner herbei, die vor dem Gnadenbild niederknieten und beteten. Die Wallfahrt zu St. Jakob besteht bis heute. Sie wird am Festtag des Apostels, dem 25. Juli und am darauffolgenden Sonntag gehalten. An denen Tagen wird neben der Kapelle bewirtet. Pilger erhalten einen Pilgerstempel in der benachbarten Klause und bei der Touristinfo in der Hauptstraße.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist beim Rathaus in der Altstadt von Wolfach.

Anfahrt mit Pkw: Über die B 294 Haslach – Freudenstadt bei Wolfach in die Schiltacher Straße abbiegen, 1100 Meter weiter links in die Hauptstraße. Alternativ dazu kannst Du auch beim Bahnhof von Wolfach parken.

GPS-Koordinaten 48.2988, 8.2227

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, ab Offenburg und Freudenstadt fährt die Regionalbahn bis zum Bahnhof, ab dort kannst Du den Bus bis zum nahen Rathaus nehmen.


Der Historische Pfad ist eine abwechslungsreiche Runde auf Waldwegen und Pfaden sowie auf Wirtschaftswegen. Der zweite lange Anstieg zieht sich etwas.


Einkehrmöglichkeiten findest Du in Wolfach, entlang der Strecke gibt es mehrere schöne Rastmöglichkeiten.


Diese Wanderung ist ab dem Frühjahr bis zum Herbst gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Touristinfo Wolfach
Hauptstraße 41
77709 Wolfach

📞 +49 7834/83 53 53

🌐 wolfach.info

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 4 h
📏 Distanz: 12,5 km
🏔️ Höhenmeter: 440
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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