Tannenwald und dunkle Wasseroberfläche des Glaswaldsees im Schwarzwald

Glaswaldsee und Teufelskanzel im Schwarzwald

Wanderung ab dem Mülbensattel über die Lettstädter Höhe

Der Westweg und auch der Renchtalsteig steuern beide die Lettstädter Höhe an. Umgeben von den Bädern in Peterstal-Griesbach im Renchtal sowie Rippoldsau und Schapbach im Tal der Wolf besticht die Anhöhe mit einer traumhaften Sicht auf den Glaswaldsee. Dort, wo sich heute der Seegrund befindet, soll einst ein Schloss gestanden haben.

Wanderung ab dem Mülbensattel

Im Allgemeinen achten bei den Ausgangspunkten unserer Tourenvorschläge darauf, dass diese auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Die Wanderung zum Glaswaldsee bildet eine der wenigen Ausnahmen. Schon die Anfahrt auf den Mülbensattel ist abenteuerlich, um nicht zu sagen, auf den letzten zweieinhalb Kilometern zwischen der L 93 und dem Wanderparkplatz hatten wir selbst nach jeder zweiten Kurve eine Schranke erwartet. Dennoch ist der Forstweg bis zum Wanderparkplatz für Pkws frei.

Direkt auf dem Mülbensattel kreuzen sich zwei Wanderwege. Wir wählen den mit der blauen Raute und steigen rechts vom Miliz-Brunnen hinauf zum (1) Wegweiser »Buche«. Nach links zweigt ein Nebenwanderweg zur Sexauer Hütte ab (gelbe Raute). Da dies der Rückweg der Tour ist, bleiben wir auf dem breiten Forstweg und folgen der blauen Raute über »Bierlessteinweg« zum »Lengenberger Ries«. Auf halbem Weg dorthin gibt der Wald die (2) Sicht nach Westen zum nahen Überskopf (848 Meter) und dem Höhenzug jenseits der Rench frei.

Über die See-Ebene zum Glaswaldsee

Direkt beim Lengenberger Ries gesellt sich der Renchtalsteig zu unserem Wanderweg. Auf diesem wechseln wir rund 150 Meter weiter links vom Forstweg auf einen Pfad. Wer die Runde bei Schnee läuft, kann alternativ noch auf dem Forstweg bleiben und sich erst bei der nächsten Verzweigung links halten. Beide Varianten treffen beim Wegweiser »See-Ebene-Straße« wieder zusammen. Bis zur (3) See-Ebene sind es noch rund 100 Meter.

Auf der See-Ebene treffen der Renchtalsteig und Westweg sowie auch der Europäische Fernwanderweg E1 zusammen. Alle drei führen links direkt zum (7) Seeblick. Das ist sicherlich schön. Spannender ist es jedoch, erst zum See abzusteigen, um später mit stolz geschwellter Brust auf die eigene Leistung zu blicken. Also verlassen wir die berühmten Wanderwege und folgen der blauen Raute über den steinigen Pfad hinunter an den (4) Glaswaldsee.

Aufstieg über die Bruderhalde zum Seeblick

Der anschließende Aufstieg erfolgt nördlich der Staumauer bzw. entlang der Zuleitung vom Oberen Seebach über (5) Bruderhalde und, links ab (gelbe Raute), (6) Weiherloch. Von dort sind es, links um die Kurve, noch 600 Meter bis zum (7) Seeblick.

Um freie Sicht auf den Glaswaldsee zu bekommen, laufen wir noch ein paar Schritte vom Wegweiser Richtung See-Ebene. Die aufgestellten Bänke und der Tisch kommen wie gerufen, um auf die bisherige Leistung anzustoßen.

Über die Lettstädter Höhe zur Teufelskanzel

Danach kehren wir zurück zum Wegweiser »Seeblick«, folgen dem Renchtalsteig bis zur (8) Lettstädter Höhe und biegen dann rechts zur (9) Teufelskanzel ab. Beim gleichnamigen Wegweiser zweigt links ein wenig auffallender Pfad ab. Er ist der Einstieg zum Abstieg entlang der Teufelskanzel. Wo der Fels zu steil abfällt, geht es über schmale und bei Nässe (und Schnee!) glatte Treppen. Dass das zur Sicherung angebrachte Holzgeländer mit Moos bewachsen ist, macht es nicht besser. Die spektakulären Aus- und Tiefblicke entlang der markanten Felsformation aber sind den Spaß wert.

Am unteren Ende der Teufelskanzel biegen wir rechts ab. Wir befinden uns übrigens schon wieder eine Weile auf dem Renchtalsteig, diesmal allerdings in der entgegengesetzten Richtung. Beim Wegweiser »Teufelskanzelweg« haben wir das meiste geschafft. Um zum Mülbensattel zurückzufinden, biegen wir links ab und folgen dem Renchtalsteig über die (10) Sexauer Hütte und einem Wasserfall bis zum (11) Wegweiser »Rappenschliff«. Von dort sind es dann noch rund 1,4 Kilometer über (1) Buche zum Mülbensattel, wo wir auf eine teils anstrengende, aber lohnende Tour zurückblicken können.

Die Nixe vom Glaswaldsee

Einer Sage zufolge soll in dem Glaswaldsee einst eine Nixe gelebt haben, welche für den Bauer vom Seeebenhof arbeitete. Täglich kam sie aus dem Wildsee, wie der See früher genannt wurde, weckte das Gesinde, half bei täglichen Dingen und pflegte das Vieh. Abends aber kehrte sie zurück in den See. Außer dem Frühstück, Mittag- und Abendessen, das sie getrennt von den anderen unter einer Treppe aß, wollte sie nichts annehmen. Auch sollte ihr der Bauer keine Kleidungsstücke geben. Als der Winter nahte und die Nixe nichts außer einer zerrissenen Jacke, einem alten Schlapphut und ständig feuchte Wäsche anzuziehen hatte, besorgte ihr der Bauer heimlich einen neuen Rock.

Als er ihr den gab, erklärte die Nixe aber: »Wenn man mich auszahlt, muss ich gehen. Ich komme ab morgen nicht mehr zu euch.« Trotz der Beteuerungen des Bauers und seiner Frau, dass sie keinen Lohn, sondern ein Geschenk bekommen habe, kehrte die Nixe nicht mehr zurück. In einer anderen Fassung der Sage ist es ein Seemännlein, der dem Bauer half. Weitere Sagen berichten von einem Schloss oder einem Nonnenkloster, welches im Glaswaldsee untergegangen sein soll. Daher wird der See auch Nonnensee genannt.

Der heutige Name des Glaswaldsees geht auf eine Glashütte zurück, die ganz in der Nähe stand. Um das Gewässer für die Holzdrift nutzen zu können, wurde der Wasserspiegel über eine Sandsteinmauer angehoben, die den See heute noch auf seiner Westseite staut. Gemessen an seiner Größe von drei Hektar in der Fläche und bis zu elf Meter in der Tiefe besitzt der Glaswaldsee mit nur 190 Hektar ein sehr kleines Einzugsgebiet. Allerdings wird er von unterirdischen Zuflüssen sowie einer künstlichen Zuleitung gespeist.

Das Versunkene Schloss

Wo wir heute auf den Glaswaldsee blicken, lebte einst ein Schlossherr mit seinen sieben Töchtern. Sechs waren wie er, herrschsüchtig, grob und geizig. Um die Menschen im Dorf scherten sie sich nicht. Nur eine, die nach ihrer verstorbenen Mutter kam, ging gerne zu den Menschen ins Dorf und sorgte sich um die Armen und Kranken. So war sie denn auch nicht im Schloss, als sich eines Tages der Himmel verdunkelte, Blitz und Donner über die Berge zuckten und grollten.

Der Boden öffnete sich und sog das Schloss in die Tiefe. Aus Angst vor ihrem jähen Ende schrien seine Bewohner um Hilfe, doch konnte sie niemand vor dem schwarzen Wasser retten, dass den Boden überspülte und bald über den Schlossmauern zusammenschlug. Die siebte Tochter lebte fortan in einer Höhle, wo sie ein Wolf bewachte. Bis zu ihrem natürlichen Lebensabend soll sie weiter den einfachen Menschen im Dorf geholfen haben.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Wanderparkplatz Mülbensattel oberhalb Bad Peterstal-Griesbach

Anfahrt mit Pkw: Von der B 428 Freudenstadt-Kehl bei Bad Peterstal auf die L 93 Richtung Schapbach abbiegen. Nach 2 km bzw. oberhalb von Freiersbach links abbiegen, dann den Schildern zum Mülbensattel in den Wald folgen.

GPS-Koordinaten 48.43320, 8.23730

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Nein, der Mülbensattel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider nicht zu erreichen.


Der Abstieg zum Glaswaldsee und entlang der Teufelskanzel erfordert Trittsicherheit, ansonsten kannst Du Dich auf eine bequeme Wanderung über Waldweg und Pfade einstellen.


Einkehrmöglichkeiten fehlen entlang der Strecke. Es gibt aber oberhalb und am Glaswaldsee mehrere schöne Rastplätze.


Diese Wanderung ist ab Mai bis Oktober gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Renchtal Tourismus
Bahnhofstraße 16
77704 Oberkirch

📞 +49 7802 / 826 00

🌐 renchtal-tourismus.de

 

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 3.30-4 h
📏 Distanz: 11,5 km
🏔️ Höhenmeter: 430
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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