Aussicht vom Teisenkopf über die Hügel und Wälder rund um das Kinzigtal

Zum Teufelstein bei St. Roman

Wo der Teufel beim Bau einer Wallfahrtskirche half.

Als die ersten Pilger nach St. Roman in der heutigen Gemeinde Wolfach kamen, zogen sie durch grüne Wiesen und tiefe Wälder. Das war vor über 600 Jahren. Natürlich ist die Zeit auch hier nicht stehen geblieben. Seinen besonderen Charme hat sich das Schwarzwalddorf aber bewahrt. Eine der schönsten Wanderungen führt hier über den Teufelstein bis hoch zum Aussichtsturm auf dem Teisenkopf.

Wanderung ab der Wallfahrtskirche von St. Roman

Beim Ausgangspunkt dieser Wanderung am Naturparkhotel Adler ist das erste Ziel dieser Tour schon zu sehen: Auf einer Anhöhe über den wenigen Häusern von St. Roman thront die (1) Wallfahrtskirche von St. Roman. Erstmals erwähnt wurde sie zwischen den Jahren 1360 und 1370. Seit dem 14. Jahrhundert wird auch von der Wallfahrt des heiligen Romanus – am 9. August – berichtet.

Der Heilige soll jüngeren und älteren bei der Suche nach einem Gatten geholfen haben. Dazu heißt es: »Suchst du einen Mann, wallfahr' zu St. Roman.« Einer der bekanntesten Besucher des Wallfahrtsorts ist Heinrich Hansjakob. Der Volksschriftsteller hat die Bergpredigt am Hauptfest des Heiligen beschrieben und zwei Strophen zum Sankt Romaner Wallfahrtslied literarisch festgehalten.

Teufelstein bei St. Roman

Ab dem Hotel folgen wir der Hut-Beschilderung des Kleinen Hansjakobwegs bergauf Richtung Teufelstein. Wenige Schritte oberhalb der hübschen Wallfahrtskirche führt der Jakobsweg in den Wald hinein. Bei der nächsten Verzweigung halten wir uns links und erreichen nach rund einem Kilometer den (2) Teufelstein.

Der Sage nach ist die Geschichte des Steins eng mit der Wallfahrtskirche verbunden. Demnach hatte der Teufel den Bauern tatkräftig bei den Arbeiten auf der Anhöhe zwischen Heubach und Langenbach unterstützt. Allerdings dachte er, dass dort ein Wirtshaus entstehe, in dem dann ordentlich gezecht und gesündigt werde.

Erst, als der Bau schon weit fortgeschritten war, erkannte der Teufel seinen Irrtum. Wutentbrannt eilte er auf den Stauferkopf, wo er einen gewaltigen Felsbrocken aus dem Gipfel brach. Auf dem Weg zurück nach St. Roman begegnete er einem Wanderer, der ihn fragte, was er denn mit dem Fels vorhabe. Der Teufel deutete hinunter zum Kirchenbau: »Seht ihr? Die Kirche ist mir ein Dorn im Auge.« Da fragte ihn der Wanderer, ob er sich nicht ein wenig ausruhen möge. Schließlich sei die Last schwer und er schon ein gutes Stück weit gelaufen. Gut ausgeruht würde der Wurf sicher besser gelingen.

Das leuchtete dem Teufel ein, sodass er den Fels auf die Seite legte und sofort einschlief. Als er später wieder erwachte, wollte er sodann zur Untat schreiten. Doch als er den Felsen packte, konnte er ihn nicht mehr heben, ganz gleich, wie sehr er sich auch bemühte. Letztlich kratzte er mit seinen Krallen mehrmals über das Gestein, wo sie tiefe, bis heute sichtbare Rillen hinterließen. Dann zog er unverrichteter Dinge von dannen. Der Zauber wirkt übrigens bis heute. So haben auch wir es nicht geschafft, den als Naturdenkmal geschützten Klotz von Hand zu bewegen.

Auf dem Kinzigtäler Jakobusweg

Direkt beim Teufelstein wechseln wir auf den Kinzigtäler Jakobusweg und biegen scharf links nach Vorderhals ab. Damit halten wir uns bei der nächsten Weggabelung rechts und passieren den Berg St. Romaner (824 Meter) auf seiner Westseite. Nach 1200 Metern ab dem Teufelstein kommen wir zum Wegweiser (3) »Vorderhals«. Die Spaziergänger unter uns können hier links abbiegen.

Für sie ist die Tour dann nach insgesamt knapp fünf Kilometer beendet. Als Wanderer biegen wir also rechts ab und folgen dem Jakobusweg über »Hinterhals« zur (4) Hohen Tanne. Der als Naturdenkmal geschützte, 45 Meter hohe Nadelbaum stand schon im 18. Jahrhundert auf der Passhöhe zwischen dem Heubach- und dem Tiefenbachtal.

Weiter geht es über einen Pfad (blaue Raute) durch den Wald. Wo der Pfad in einen Forstweg mündet, folgen wir diesem ein paar wenige Schritte, wechseln bei der nächsten Gelegenheit aber links auf den nächsten Pfad, überqueren den Sättelekopf (815 Meter) und biegen am unteren Ende des Pfads rechts zur (5) Salzlecke ab. Direkt vor der auf der Lichtung errichteten Holzhütte wechseln wir vom Jakobusweg auf den Mittelweg und folgen der roten Raute mit weißem Strich in Richtung Teisenkopf.

Auf dem Mittelweg zum Teisenkopf

Die nächsten viereinhalb Kilometer sind etwas für Genießer: Der Mittelweg verläuft zwischen der Salzlecke und dem Teisenkopf ohne große Anstiege über den sonnigen Bergkamm. Immer wieder ergeben sich schöne Aussichten nach Westen über das Heubachtal zum benachbarten Höhenzug mit den bereits hinter uns liegenden Gipfeln von St. Romaner, Stirnle (801 Meter) und der Allmendhöhe (836 Meter). Doch auch der lückige Mischwald entlang des Mittelwegs hat seinen Reiz. Beim Wegweiser »Teisenkopf« angekommen sind der Teufelstein und St. Roman wieder angeschrieben.

Bevor wir dem Nebenwanderweg rechts ab folgen, machen wir einen Abstecher zum nahen (6) Teisenkopfturm. Der Schutz- und Aussichtsturm bietet uns einen weitreichenden Blick über die stark bewaldeten Hügel rund um das Kinzigtal. Direkt vor dem Turm bietet der großzügig angelegte Rastplatz eine richtig schöne Möglichkeit für eine längere Pause. Zurück beim letzten Wegweiser, geht es anschließend mit der gelben Raute über schmale Pfade bergab zum (7) Privatrestaurant Auerhahn.

Trillengrund und Abrahamsbühl

Am Wegweiser »Heubach Auerhahn« treffen wir erneut auf den Hansjakobweg. Auf diesem geht es über den Trillengrundweg durch das Trillenbächletal zum (8) Trillengrund. Dort angekommen, haben wir zwei Möglichkeiten für den letzten Abschnitt dieser Wanderung: Entweder biegen wir scharf rechts ab und folgen dem Hansjakobweg über den (10) Abrahamsbühl zum Teufelstein und steigen über den bereits bekannten Weg nach St. Roman ab. Oder wir laufen weiter dem Trillenbächle entgegen und folgen der gelben Raute über das (9) Heidenäckerle zurück zum Ausgangspunkt beim Naturparkhotel Adler von Wolfach.

Tipp: Kleiner Hansjakobweg

Der 54 km lange Hansjakobweg führt den Wanderer zu zahlreichen Schauplätzen der Erzählungen von Heinrich Hansjakob vorbei. Am Wegrand geben 50 Tafeln Informationen zur Heimatgeschichte und Heimatkunde. Diese beruhen vor allem auf dem Werk des Schiltacher Heimatforscher Hermann Fautz (1898–1979) »Aus der Werkstatt Heinrich Hansjakobs«.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist die Feldberg-Passhöhe bzw. Hebelhof.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 31 Freiburg – Donaueschingen bei Titisee auf die B 317 Richtung Lörrach abfahren. Parkmöglichkeiten befinden sich direkt bei der Passhöhe. Die Parkplätze auf der Passhöhe sind gebührenpflichtig.

GPS-Koordinaten 47.8562,8.0297

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, 


Die Pfade auf der Nordseite vom Silberberg sind felsig, zum Teil müssen umgestürzte Bäume überwunden werden. Stöcke sind hier von Vorteil.


Einkehrmöglichkeiten findest Du im Restaurant des Bundesleistungszentrums Herzogenhorn. Daneben gibt es mehrere gastronomische Betriebe auf der Passhöhe


Diese Wanderung ist ab dem Frühjahr bis zum Herbst gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Freiburger Straße 1
79856 Hinterzarten
📞
🌐 

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 4.30-5 h
📏 Distanz: 14,5 km
🏔️ Höhenmeter: 500
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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