Aussicht vom Heinrich Hansjakobweg über Haslach im Kinzigtal

Hansjakobweg ab Haslach im Kinzigtal

Rundwanderung auf den Spuren eines großen Erzählers

Wer den Großen Hansjakobweg komplett abwandern möchte, sollte dafür mindestens drei bis vier Tage einplanen. Anders ist die 100 Kilometer lange Runde nicht machbar. Wer sich hingegen erst einmal einen Vorgeschmack darauf gönnen will, ist mit dieser kurzen Wanderung ab Haslach bestens bedient. Wem sie gefällt, bekommt dann sicher Lust auf mehr.

Wanderung ab Haslach im Kinzigtal

Für den Startpunkt dieser Wanderung kommt nur das malerische Haslach im Kinzigtal in Betracht. Hier kam der Volksschriftsteller 1837 auf die Welt – und hier hat er sein bewegtes Leben 1916 auch beendet. Dazwischen war Heinrich Hansjakob als Pfarrer in Hagnau am Bodensee und in Freiburg, aber auch als Politiker tätig. Zu seiner Bekanntheit am meisten beigetragen hat allerdings, dass er den einfachen Menschen im Kinzigtal mit seinen Erzählungen ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Vom großen Parkplatz laufen wir rechts der Touristinfo und dem im ehemaligen Kloster eingerichteten Trachtenmuseum zum Klosterbach. Auf der Steinacher Straße überqueren wir den Bach und folgen dem Themenweg zum Sandhaasdenkmal. Die Wegeführung entlang der äußeren Stadtmauer ist etwas knifflig, die Orientierung aber einfach: Immer dem charakteristischen »Jakobshut« nach. Das Denkmal ist dem »närrischen Maler« Carl Sandhaas (1801–1859) gewidmet, der in Haslach aufwuchs und später dorthin zurückkehrte. Hansjakob hat die Geschichte des verkannten Genies in »Wilde Kirschen« festgehalten.

Hansjakob-Haus und Heiligenbrunnen

Als Nächstes macht der Themenweg einen Umweg über die Xaver-Hättich-Straße und Hansjakobstraße zum (1) Hansjakob-Haus »Am Freihof«. In dem Anwesen verbrachte der Volksschriftsteller seine letzten drei Lebensjahre. Heute dient das Gebäude samt seiner Hofkapelle als Gedenkstätte und Museum. Neben Gemälden von Sandhaas zeigt die Dauerausstellung Werke der Maler Louis Blum und Otto Laible. Nach dem Abstecher geht es über die Otto-Göllner-Straße zurück auf die Rotkreuzstraße, der wir links bergan zum Wegweiser »Rotkreuz« folgen.

Wo sich heute eine Schutzhütte befindet, wurde im Mittelalter eines von drei Wetterkreuzen aufgestellt, welche die Stadt vor Unwettern schützen sollten. Während rechts der Panoramaweg Haslach Süd abzweigt, folgen wir auf dem als Kreuzweg eingerichteten Pfad der Beschilderung Richtung Sandhaasenhütte. 800 Meter weiter erreichen wir am oberen Ende des Kreuzwegs den (2) »Heiligen Brunnen«.

Laut der Überlieferung soll an dieser Stelle im Dreißigjährigen Krieg der Einsiedler Rudolfus gelebt haben. Weil er aus Habgier ermordet wurde, errichteten die Bürger einen Bildstock, aus dem Wasser aus einem nahen Bergwerksstollen sprudelt. Das Brunnenwasser soll heilende Kräfte besitzen. Das Rudolfuslied ist an der benachbarten Kapelle ausgehängt.

Sandhaasen-Hütte

Weiter geht es bergauf durch den Urenwald über den Wegweiser (3) »Hirschfelsenweg« zur (4) Sandhaasen-Hütte. Auf dieser aussichtsreichen Lage versuchte der unglückliche Maler seine seelischen Leiden zu kurieren. Nachdem ein im Sturm ausgebrochenes Feuer seine Unterkunft zerstört hatte, wurde sie Jahre später neu aufgebaut. Heute ist die Schutzhütte ideal, um nach dem langen Aufstieg kurz durchzuschnaufen.

Rotweinbänkle und Bannstein

Oberhalb der Sandhaasen-Hütte wird der Pfad flacher, bis er südlich des Urenkopfs (555 Meter) in einen breiten Weg übergeht. Auf der Höhe folgen wir dem Jakobshut bis auf eine Lichtung. Optisch unverkennbar ist diese durch eine hübsche, steinerne Sitzbank. Direkt vor der Bank biegen wir links ab und erreichen nach 200 Metern das (5) Rotweinbänkle. Der 2002 originell ausstaffierte Platz bietet eine schöne Sicht zu den Kuppen nördlich der Kinzig – er ist also perfekt für eine ausgiebige Rast.

Gut erholt, biegen wir beim gleichnamigen Wegweiser erst scharf rechts, dann bei der nächsten Wegkreuzung links ab zum gut 400 Meter entfernten (6) Bannstein. Die mitten im Wald postierte Sandsteinsäule markiert die Stelle, an der früher der Haslacher Stadtwald an die Gemeinden Mühlenbach und Hausach (früher Sulzbach) grenzte. In früheren Jahrhunderten verlief hier außerdem die Grenze zwischen den Bistümern Konstanz und Straßburg.

Für uns ist es der Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen: Wer die erste Etappe des Großen Hansjakobswegs zu Ende wandern möchte, folgt dem Hutsymbol geradeaus bis nach Hausach. Wir aber verlassen beim Bannstein den Hansjakobsweg und biegen rechts nach Mühlenbach ab (gelbe Raute).

Rückkehr auf dem Jakobusweg

Weiter geht es auf einem Teilstück des Jakobuswegs durch den Wald. Wo der zunächst schmale Pfad auf einen Forstweg trifft, halten wir uns links (andernfalls laufen wir zurück zum Rotweinbänkle). Bei der nächsten Weggabelung halten wir uns erneut links und steigen durch einen dichten Fichtenforst über »Pavillon« bis zum (7) Wegweiser »Vulkanweg« ab. Direkt unterhalb des Wegweisers wählen wir den linken der zwei Pfade (blaue Raute), sodass wir auf dem Panoramaweg Mühlenbach ins 600 Meter entfernte Mühlenbach kommen.

Wo der Wanderweg auf die Straße Bärenbach trifft, biegen wir rechts zur Bundesstraße ab und spazieren auf dieser links zur Ortsmitte. Dort überqueren wir die B 294 und folgen der gelben Raute bzw. dem Jakobusweg zurück zum Ausgangspunkt in Haslach. Das letzte Stück dieser Wanderung führt über den Mühlenbach-Sportplatz, »Bührershof« und »Ziegelgrün« zum Waldsee. Der Biergarten des Restaurants Waldseeterrasse ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die letzten anderthalb Kilometer der Wanderung verlaufen dann parallel zur Bundesstraße und nahezu ebenerdig zurück nach Haslach.

Info Trachtenmuseum Haslach

Das Schwarzwälder Trachtenmuseum befindet sich im Alten Kapuzinerkloster und beherbergt über 100 Schwarzwälder Originaltrachten. Diese sind gemäß ihrer Herkunft nach Nordschwarzwald, Mittlerem Schwarzwald, Südschwarzwald, den Schwarzwald-Randgebieten, Ried sowie Breisgau und Markgräflerland eingeteilt. Neben den geografischen gibt es vier thematische Abteilungen: Brautkronen und Schäpel, Hauben und Hüte, Bürgerliche Kleidung und Werktagskleidung. Zudem beinhaltet die Sammlung Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben.

Heinrich Hansjakob

Der gebürtige Haslacher zählt bis heute zu den meistgelesenen Autoren in Baden. Während seiner schriftstellerischen Tätigkeit hat Heinrich Hansjakob 74 Bücher, darunter etliche Erzählungen und Reiseschilderungen, aber auch historische und politische Schriften, veröffentlicht. Zu den bekanntesten zählen »Wilde Kirschen«, »Waldleute«, »Bauernblut«, »Aus meiner Jugendzeit« und »Erinnerungen einer alten Schwarzwälderin«. Diese und zahlreiche weitere Werke des volksnahen Schriftstellers werden heute vom Hansjakob-Verlag der Stadt Haslach herausgegeben.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist bei der Touristinformation Haslach im alten Kloster.

Anfahrt mit Pkw: Über die B 294 oder B 33 bis Haslach im Kinzigtal. Im Ort folgen wir den Hinweisschildern zum Trachtenmuseum und zur Touristinformation.

GPS-Koordinaten 48.2756, 8.0852

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen Bahn- und Busverbindungen nach Haslach und zur Bushaltestelle Stadthalle (Kinzigtalbuslinie 66). Vom Bahnhof sind es 500 Meter, von der Stadthalle zwei Minuten bis zum Ausgangspunkt.


Zwischen Haslach und der Sandhasenhütte steigt der Weg spürbar an, danach kannst Du Dich auf eine eher leichte Wanderung auf breiten Wegen und Waldpfaden einstellen.


Einkehrmöglichkeiten findest Du im Gasthaus Zum Ochsen, im Restaurant Waldseeterrasse und in Haslach.


Diese Wanderung ist ab dem April bis Oktober besonders schön.

 


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Tourist Information Haslach
Im Alten Kapuzinerkloster / Klosterstr. 1
77716 Haslach

📞 +49 7832/70 61 72

🌐  info.haslach.de

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 3.30-4 h
📏 Distanz: 11 km
🏔️ Höhenmeter: 370
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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