Aussicht über die Weinberge auf Gengenbach an der Kinzig

Wanderung von Gengenbach auf den Mooskopf

Anspruchsvolle Tour ab dem Kinzigtal zum Aussichtsturm auf dem Mooskopf

Der Mooskopf zählt zu den beliebtesten Wanderzielen im Kinzigtal. So führt neben dem Kandel-Höhenweg auch der Renchtalsteig auf den Aussichtsberg zwischen Gengenbach, Oppenau und Oberkirch. Die Oberkirchner waren es auch, die den Berg mit einem Turm versehen haben. Ganz in der Nähe befindet sich heute das Lothar-Denkmal.

Wanderung ab Gengenbach

Die Wanderung beginnt mit einem Spaziergang durch die Altstadt von Gengenbach. Entweder ab dem Parkplatz an der Friedrichstraße über die Feuergasse oder vom Bahnhof her über die Leutkirchstraße. In beiden Fällen gelangen wir dann über die Hauptstraße ins historische Zentrum. Beim Marktbrunnen geht es links über die Victor-Kretz-Straße zum Obertorturm.

Für diese ersten Meter können wir uns ruhig Zeit lassen. Denn mit dem Niggelturm – in ihm ist das Narrenmuseum der ehemals freien Reichsstadt untergebracht, der Brunnenfigur und einigen gut erhaltenen Fachwerkhäusern gibt es in der Altstadt einige Sehenswürdigkeiten. Auch zum Kinzigtorturm und Flößermuseum sowie dem Narrenbrunnen im Winzerhof ist es nicht weit.

Auf dem Jakobusweg über die Jakobskapelle

Jenseits des Obertorturms führen der Jakobusweg und der Kandel-Höhenweg in Serpentinen hoch zur Jakobskapelle. Direkt nach der zweiten Kehrtwende des Wegs können sportliche Wanderer über einen steilen Pfad abkürzen.

Sie sparen damit ein paar hundert Meter, verpassen dann aber die Aussicht vom Ehrenmal auf die Altstadt sowie über die Weinhänge unterhalb des Höhenwegs. Schöner ist es also, über den bequemen Umweg zur Kapelle hinaufzulaufen.

Teufelskanzel von Gengenbach

Oberhalb der Jakobskapelle verlassen wir die Weinhänge von Gengenbach und folgen dem Kandel-Höhenweg auf die Teufelskanzel. So nah sich der von Wald umschlossene Aussichtsfelsen an der Jakobskapelle befindet, so eng ist seine Geschichte mit der ehemaligen Wallfahrtskirche verbunden. So heißt es im Volksmund, dass sich ein »sonderbarer Kauz mit langem Gewand« meldete, kurz nachdem der Betreuer der Kapelle erkrankte.

Bei einer Prozession hob ein Windstoß seine Kutte, sodass zwei Pferdehufe zu sehen waren. Die Teilnehmer der Prozession erkannten, dass sich das Böse bei ihnen eingeschlichen hatte und jagten ihn davon. Der Teufel flüchtete bis zu dem steil abfallenden Felsen. Dort stampfte er aus Wut darüber, dass ihm sein Vorhaben misslungen war, mit seinen Pferdefüßen auf, sodass bis heute noch Spuren davon auf dem Felsen zu erkennen sind.

Über den Katzenstein zum Pfaffenbacher Eck

Ab der Teufelskanzel wandern wir über Waldpfade bis zum Satteleck und von dort über einen breiten Forstweg zum Ignazdobel. Dort macht der Kandel-Höhenweg einen Umweg über die Lärchenhütte zum Katzenstein (615 Meter). Der exponierte Felsen ermöglicht eine gute Sicht auf das Nordrachtal, bedeutet aber auch, dass auf dem nächsten Stück gut 70 Höhenmeter mehr zu leisten sind. Der direkte Weg (gelbe Raute) führt stattdessen geradeaus über die Hüttersbachquelle zum Pfaffenbacher Eck.

Aufstieg zur Kornebene

Vom Pfaffenbacher Eck steigt der Höhenweg gemächlich, aber fortwährend über das Schnaitbergeck (565 Meter) und Langgrabeneck (610 Meter) zur Kornebene an. Der Name geht auf die Kornfelder zurück, die einst die Passhöhe zwischen dem Haigerachtal und dem Nordrachtal geprägt haben sollen.

Mit dem Naturfreundehaus, einem Spielplatz und einer Liegewiese ist die Kornebene heute ein beliebtes Ausflugsziel. Das gilt nicht nur für uns Wanderer, sondern auch für Radfahrer und Spaziergänger. Mit anderen Worten: Waren wir bisher eher allein unterwegs, so ist es hier ein Leichtes, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Zugleich ist die Lage ideal, um vor dem Mooskopf-Gipfel die Energiereserven aufzufüllen.

Lothardenkmal und Mooskopfturm

Gut gestärkt, steigt der Weg oberhalb der Kornebene bis zur Diebsebene (640 Meter) erst langsam, auf den nächsten 2,4 Kilometern über die Siedighalde zum Geißschleifsattel (835 Meter) schnell an.

Auf dem Weg dorthin passieren wir das Lothardenkmal. Es aus drei Weißtannenstämmen errichtete Denkmal erinnert an den Orkan Lothar, der am 2. Weihnachtstag 1999 über den Schwarzwald hereinbrach.

Was das für den Mooskopf (872 Meter) bedeutete, sehen wir, nachdem wir die letzten Meter hinauf zum Mooskopfturm (auch Moosturm genannt) gestiegen sind. Vor dem Orkan war der 1890 erbaute Turm von hohen Tannen und Fichten umringt, sodass man kaum eine Fernsicht hatte.

Nach dem verheerenden Orkan Lothar war die Sicht plötzlich zu allen Himmelsrichtungen frei. Vom Turm kann man heute sowohl die Aussicht zu den Hochlagen im Nordschwarzwald genießen als auch gut beobachten, wie sich die kahle Fläche allmählich wieder bewaldet.

Abstieg über die Siedighalde

Anschließend geht es auf demselben Weg zurück bis zur Siedighalde. Ab dort können wir dem Querweg Gengenbach-Schapbach-Alpirsbach über die Diebshalde und das Schwandeck hinunter nach Gengenbach folgen. Der Abstieg führt die meiste Zeit durch dichte Wälder, womit sich die Tour insbesondere für heiße Sommertage eignet.

Aber auch im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt, hat dieser Abschnitt der Wanderung durchaus seinen Reiz. Ab der »Wolfslache« bis hinunter in die Altstadt wird der Querweg außerdem vom Ortenauer Weinpfad begleitet, sodass die Orientierung besonders leicht ist.

Sage vom Moospfaff

Der Sage nach soll der »Moospfaff« am Mooskopf sein Unwesen treiben. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Abt des Franziskanerklosters Gengenbach. Zu seiner Amtszeit soll es zu Grenzstreitigkeiten zwischen dem Kloster und der benachbarten Gemeinde Nordrach gekommen sein. Denn damals erhoben sowohl das Kloster als auch die Gemeinde Anspruch auf den Mooswald. Um den Streit zu beenden, trafen sich beide Parteien an Ort und Stelle.

Doch zuvor hatte der Abt seine Stiefel mit Erde aus dem Klostergarten gefüllt. Bei der Verhandlung um ein strittiges Waldstück schwor er sodann: »Hier, an diesem Ort, stehe ich auf dem Grund und Boden des Klosters Gengenbach.« Durch die List gelang es ihm, die Nordracher um ein Stück Wald zu bringen. Wegen seines Meineids soll der Abt dazu verdammt sein, nach seinem Tod bis in alle Ewigkeit ruhelos auf dem Mooskoof umherzugehen.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz Friedrichstraße in Gengenbach.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 33 Offenburg – Haslach bei Gengenbach auf die L 99 Richtung Zentrum abbiegen und der Landstraße bis in die Friedrichstraße folgen.

GPS-Koordinaten 48.4029, 8.0145

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Ja, es bestehen sehr gute Bahn- und Busverbindungen nach Gengenbach.


Die waldreiche und ruhige Wanderung nutzt gut beschilderten Wege und Pfade und ist technisch einfach, setzt aber eine gute Kondition am Berg voraus.


Einkehrmöglichkeiten findest Du im Naturfreundehaus Kornebene (freitags ab 18 Uhr, samstags und sonntags ab 9 Uhr, weitere Zeiten unter kornebene.de)


Diese Wanderung ist ab dem Frühjahr bis spät in den Herbst hinein gut möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Kultur- und Tourismus GmbH Gengenbach
Hauptstraße 17
77723 Gengenbach

📞 +49 7803 / 93 01 43 

🌐 gengenbach.info

 

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 6-7 h
📏 Distanz: 22,5 km
🏔️ Höhenmeter: 850
⚖️ Schwierigkeit: schwer
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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