Aussicht vom Räuber Hotzenplotz Pfad bei Gengenbach über das Kinzigtal

Räuber Hotzenplotz Pfad im Kinzigtal

Auf dem Großen Räuberpfad bei Gengenbach

Wer kennt ihn nicht aus seiner Kindheit? Den berüchtigten Räuber Hotzenplotz, der am Ende seiner Schandtaten nur allzu oft im Spritzenhaus landete. Mit dem Räuber Hotzenplotz Pfad hat ihm die Gemeinde Gengenbach ein Denkmal gesetzt. Der Große Räuberpfad gibt dabei vor allem Einblicke in die Natur im Kinzigtal.

Wanderung ab dem Parkplatz Strohbachwald

Der Startpunkt des Großen Räuberpfads befindet sich beim Wanderparkplatz (A) Strohbachwald, etwa 200 Meter oberhalb des Ortes Strohbach. An einer Schautafel ist der Wegverlauf der Wanderung dargestellt. Außerdem erhalten wir eine wichtige Information zur Orientierung auf dieser großen Variante des Räuber Hotzenplotz Pfads: Als Wegweiser dienen in Baumstämme geschnitzte Räuber-Hotzenplotz-Skulpturen. Wann immer wir abbiegen müssen, zeigt seine Nase in die richtige Richtung. Der Rundweg ist im Uhrzeigersinn ausgewiesen.

Im FFH-Schutzgebiet Hausbünd

Nach wenigen Schritten auf einem breiten Forstweg zweigen wir links auf einen deutlich schmaleren Pfad ab. Auf diesem geht es relativ steil bergab bis auf einen Wirtschaftsweg am unteren Waldrand. Dort biegen wir rechts ab und gelangen gleich darauf zur Station (1) Grasfrosch. Wir befinden uns hier nahe dem FFH-Schutzgebiet Hausbünd (Flora- und Fauna-Habitat).

Auf einer Tafel lernen wir die Lebensweise des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings kennen. Die Schmetterlingsart versteht es, sich als junge Raupe von Ameisen durchfüttern zu lassen. Da sie auf Feuchtgebiete angewiesen ist, teilt sie ihren Lebensraum mit dem Grasfrosch. Bei der Station lädt außerdem eine Sandgrube dazu ein, sich im Weitsprung zu üben. Vor einem solchen Wagnis sollte allerdings erst der Sand geprüft werden. Bei uns war er steinhart.

Räuberhöhle und Goldfalle

Weiter geht es am Waldrand zur Station (2) Feuersalamander. Der Der lichte Laubwald und die vereinzelten Sickerquellen bieten hier einen idealen Lebensraum für den auffallend gelb gefleckten Bewohner des Hügel- und Berglandes. Etwas oberhalb vom Weg lenkt ein Holzverbau die Aufmerksamkeit auf sich. Der Eingang ist so niedrig gehalten, dass wohl auch der Räuber Hotzenplotz nur kriechend in das Versteck hineingekommen wäre.

Auch wir verzichten gerne aufs Krabbeln und folgen dem Themenweg zur nahen Station (3) Gelbbauchunke. Die unscheinbare Amphibie spielt in der Geschichte die verzauberte Fee Amaryllis, bevor es dem Kasper gelingt, den Zauber durch Feenkraut zu lösen. Vor Ort finden wir auch das Seil, an das Kasper und Seppel einen Sack mit der Aufschrift Gold gebunden hatten, um dem Räuber eine Falle zu stellen. Er musste ja nur zugreifen.

Anschließend folgen wir dem Weg an einer Kirschbaumplantage und über eine Rechtskurve um den Wald, womit sich die Sicht nun über das höher gelegene Kinzigtal öffnet. Hier kommen wir zur Station (4) Felsen mit Pflanzenarten. Von Interesse ist hier der »Summstein«. Wem das Loch auf der Vorderseite des Felsbrockens zu weit unten ist, findet auf der Rückseite eine zweite Öffnung, um den Stein zum Summen bringen zu können.

Nur einen Steinwurf weiter kommen wir dann zum (5) Feuchtbiotop. Der Zugang zu der Station mit einem Waldsofa erfolgt über einen Pfad. Vor Ort finden wir Informationen zu typischen Arten in diesem Biotoptyp wie dem weit verbreiteten Sumpf-Pippau (Crepis paludosa) oder dem Großen bzw. Gewöhnlichen Hexenkraut (Circaea lutetiana).

Auf der Schanz

Weiter geht es auf dem breiten Wirtschaftsweg über die Station (6) Helm-Azurjungfer – hier können wir unsere Treffsicherheit beim Zapfenzielschießen unter Beweis stellen – zur Station (7) Schwarzerlen-Eschenwald. Neben den charakteristischen Arten dieses feuchten Waldtyps erfahren wir beim Baumtelefon, wie sich zum Beispiel Eichhörnchen die sehr gute Schallübertragung im Holz zunutze machen. Bei der Station verlassen wir den einfachen Weg und folgen dem Pfad rechts über mehrere Kehren hinauf zum Ausguck (8) Auf der Schanz.

Die gut erhaltene Schanzenanlage ist Teil des ehemaligen Vorderen Kinzigtalwalls und ermöglicht uns einen weit reichenden Ausblick über das Kinzigtal zu den umliegenden Hügeln. Seit dem Dreißigjährigen Krieg werden viele dieser Wehranlagen auch Schwedenschanze genannt, selbst wenn diese Eindringlinge anderer Länder vom Schwarzwald fernhalten sollten. Auf der Schanz lädt ein weiteres Waldsofa zur Rast ein.

Bei nur noch geringer Steigung führt der Räuber Hotzenplotz Pfad auf einen nun wieder breiteren Forstweg durch den (9) Bergmischwald zu einem Wegekreuz beim Waldkindergarten. Dort wechseln wir auf der rechten Seite des Wegs (in etwa geradeaus) auf einen Waldpfad, auf dem es wieder bergab geht. Nahe dem Wanderweg steht eine gewaltige Douglasie, deren Höhe wir schätzen sollen, bevor wir die letzte Station (10) Alt- und Totholz erreichen.

Mit wenigen Sätzen wird dort erklärt, wie wichtig solche auf den ersten Blick unordentlich wirkenden Strukturen für einen gesunden Wald sind und wie ausgerechnet absterbende Bäume die heimische Artenvielfalt stärken. Mit diesen letzten Eindrücken geht es schließlich wieder bergab zum Wanderparkplatz Strohbachwald, wo wir uns sicher einig sind, dass der Gemeinde Gengenbach mit dem Großen Räuberweg ein richtig schöner Themenweg gelungen ist, bei dem auch alte Hasen noch etwas lernen können.

Räuber Hotzenplotz

Den Räuber Hotzenplotz hat der Kinderbuchautor Ottfried Preußler geschaffen. Zwischen 1962 und 1973 verfasste er die weltweit bekannten Erzählungen »Der Räuber Hotzenplotz«, »Neues vom Räuber Hotzenplotz« und »Hotzenplotz 3«. Die Bücher wurden von dem Zeichner Franz Josef Tripp illustriert. Benannt ist der Räuber nach einer Stadt in Schlesien, die auf Tschechisch Osoblaha heißt. Weitere bekannte Werke Preußlers sind Krabat und die Reihen »Das kleine Gespenst«, »Die kleine Hexe« und »Der kleine Wassermann«.

Planung & Anreise


Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz Strohbachwald nahe Gengenbach.

Anfahrt mit Pkw: Von der B 33 Offenburg – Haslach im Kinzigtal südlich Gengenbach auf die L 99 nach Strohbach abfahren. In Strohbach den Schildern zum Großen Räuberpfad folgen.

GPS-Koordinaten 48.3854, 8.0152

⇒ Anreise mit Google Maps planen


Nein, die Anfahrt zum Räuber Hotzenplotz Pfad ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leider nicht möglich.


Bis zur Station 7 nutzt der Große Räuberpfad breite Wege. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt auf der Schanz erfolgt über schmaleren Pfaden, die als kinderwagentaublich gelten, für Rollstühle aber zu eng und steil sind.


Einkehrmöglichkeiten fehlen auf dieser Runde, Du findest aber mehrere Rastmöglichkeit am Weg.


Diese Wanderung ist das ganze Jahr über möglich.


Weitere Details erhältst Du direkt bei der
Kultur- und Tourismus GmbH Gengenbach
Hauptstraße 17
77723 Gengenbach

📞 +49 7803 / 93 01 43 

🌐 gengenbach.info

Anforderungen & GPS-Daten

⏱️ Gehzeit: 1.30 h
📏 Distanz: 3,9 km
🏔️ Höhenmeter: 150
⚖️ Schwierigkeit: mittel
🧭 Typ: Rundwanderung

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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